Wohnhaus
Piusstraße 12 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0803 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Piusstraße 12, 50823 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.10.1981 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Die 1898 erstellte Wohnhausgruppe ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Ortsgeschichtlich ist das Objekt bedeutend für die Geschichte Köln-Ehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils anschaulich dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort, da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlung gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die vollen Stadtrechte. Nach der Einrichtung der Bahnstation sowie der Post- und Telegraphenstation im Jahr 1863 entstanden 1874 die katholische Pfarrkirche St. Joseph und 1876 die evangelische Friedenskirche. Im Jahr 1880 wurde das Ehrenfelder Rathaus fertiggestellt.
Die Piusstraße, eine der ersten Querachsen der Vogelsanger Straße, ist durch den systematischen Blockbau von Wohnungen für Anwohner mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen charakterisiert.
Baukünstlerisch ist die dreigeschossige Häusergruppe (Nr. 12 bis 16) interessant, weil sie die Spuren der alten Bauweise bewahrt und unwesentlich modifiziert. Das traditionelle, rheinische Dreifensterhaus ist hier um links und rechts angelegte Eingangsachsen erweitert. Die Symmetriebetonung ist aber durch die Dreieckgiebelanlage der Eckhäuser und den rhythmischen Wechsel der niedrigen Dachabschlüsse in der Mitte bewahrt. Die einfache Klinkerfassade ist durch Fensterrahmungen aus Werkstein und durch verdoppelte, paarweise gezogene Brüstungsgesimse waagerecht ausgeglichen. Den Schlußabstrich bilden dann die aufeinander gereihten Zierleisten aus roten Ziegeln, die das Kranzgesims ersetzen. Die klassizistische, rationelle Harmonie der drei Hauptgeschosse, die sich durch den ganzen Straßenabschnitt zieht, ist durch den gotischen Anschlag der Giebelaufbauten wirkungsvoll pointiert und individualisiert. Das Flachdach bei Nummer 12 trägt deutliche Spuren von mehreren Umbauten.
Im Hausinneren ist eine Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechselten Bolzen im Geländer erhalten geblieben. Der Boden der Eingangszone ist mit ornamentierten Farbkacheln belegt. Einzelne Wohnabschlußtüren sowie Zimmertüren bewahren die ursprüngliche Teilung und Durchführung. In den zwei Hauptzimmern zur Straße sind im Ergeschoß und ersten Obergeschoß noch Stuckdecken mit Rosettenrahmungen vorhanden. Die Fenster der Hinterfassade sind durch Sohlbänke und Farbklinkereinlagen geschmückt. Auch die Haustüren erinnern noch an die Erstbebauungszeit.
Städtebaulich bildet das Wohnobjekt einen Teil der zusammenhängenden Straßenanlage. Die einheitliche Fassadenzeile der kontinuierlich fortlaufenden Firstlinie vermittelt ein aussagekräftiges Straßenbild, das die Baugeschichte des späten 19. Jahrhunderts anschaulich und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0