Fabrikgebäude ("Felten & Guilleaum Carlswerk, Gebäude 132, 179, 289)

Schanzenstraße 24 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7421
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungFabrikgebäude ("Felten & Guilleaum Carlswerk, Gebäude 132, 179, 289)
Adresse Schanzenstraße 24, 51063 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1995
Stadtteil Mülheim

Teile eines größeren Gebäudekomplexes (Kabelwerk 1 der Fa. Felten & Guilleaume)

Gebäude 48: (ehemalige Nutzung als Bürogebäude)

Erbaut 1897; Eckgebäude an der Kabelstraße/ Meßstraße im Südosten des Gebäudekomplexes; zweigeschossiger Backsteinbau auf rechteckigem Grundriß, zweiteilig angelegt mit 2 flach geneigten Satteldächern; linker Gebäudeteil zur Kabelstraße traufständig mit 4 Achsen, zur Meßstraße giebelständig mit 2 Achsen; rechter Gebäudeteil zur Meßstraße traufständig mit 5 Achsen; stichbogige Fensteröffnungen, im Erdgeschoß mit betonten Sohlbänken, Fenster erneuert; Hauseingang verändert (ursprünglich stichbogig, Haustür über mehrstufiger Treppe leicht zurückgesetzt), Haustür erneuert, oberhalb des Eingangs kleines rechteckiges Fenster mit betonter Sohlbank; stichbogige Kellerfensteröffnungen teilweise zugemauert; Backsteingliederungen (Geschoß- und Dachgesims mit Zahnfries, im Dachbereich Eckbetonung durch Lisenen); Holzdachstuhl mit profilierten Pfettenköpfen; im Inneren Holztreppe mit Holzgeländer (Stäbe und Antrittspfosten gedrechselt).

Gebäude 4: (ehemalige Nutzung zu Meß- und Prüfzwecken)

Erbaut zwischen 1890 und 1900; dreigeschossiger Backsteinbau auf nahezu rechteckigem langgestrecktem Grundriß, traufständig zur Meßstraße mit flach geneigtem Pultdach; 12 Achsen; hohe Fensteröffnungen, im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß stichbogig, im 2. Obergeschoß rundbogig, im Erdgeschoß mit betonten Sohlbänken; großenteils originale Stahlsprossenfenster; stichbogige Türöffnung in der 2. Achse von links, Tür erneuert; hohe Rechtecköffnung im 1. Obergeschoß in der 3. Achse von links mit Aufzugsvorrichtung; Backsteingliederungen (Lisenen, Sohlbankgesimse mit Zahnfries in den Obergeschossen, Dachgesims mit Rundbogenfries - nur im linken Gebäudebereich über 4 Achsen erhalten); originale Ankerscheiben in Deckenhöhe von Erdgeschoß und 1. Obergeschoß.

Rückseite mit sichtbaren Ankerscheiben im 1. Obergeschoß des Gebäudeteils 179e.

Im Inneren Wandgliederungen durch Lisenen.

Gebäude 179b, c und e: Ostflügel des Gebäudekomplexes in Angrenzung an die Gebäude 4 und 48. Erbaut 1914.

179b: (ehemalige Armierungshalle)

Hohes Hallengebäude auf rechteckigem Grundriß; südliche Giebelwand mit Abschluß in Form der Dachkontur, 3 große Tore zwischen Stahlträgern im Erdgeschoß, darüber Stahlfachwerk mit Ausfachungen aus Backstein; nördliche Außenwand aus Backstein als siebenachsige Blendfassade mit horizontalem Abschluß gestaltet, monumentale Pilastergliederung, im Mittelteil zweigeschossig mit 5 hochrechteckigen Fensteröffnungen über teilweise verändertem Erdgeschoßbereich, originale Stahlsprossenfenster; flach geneigtes Stahlbetondach mit mittlerem sprossenverglasten Satteldachaufsatz. Im Inneren: Durchgehender, offener Hallenraum, Stahlfachwerkträgerkonstruktion des Daches, an den Längsseiten Kranbahnen; auf der Westseite im nördlichen Teil sprossenverglaster Oberlichtbereich auf Stahlfachwerkstützen.

179e: (ehemalige Nutzung zu Prüfzwecken)

Auf der Ostseite an Gebäudeteil 179b in Längsrichtung angrenzender zweigeschossiger Flügel mit Pultdach, nach außen nicht in Erscheinung tretend. Im Inneren: An Gebäudeteil 179b im Erdgeschoß offen angeschlossene zweischiffige Pfeilerhalle, im Obergeschoß nahezu quadratische große Fensteröffnungen mit großenteils originaler Stahlsprossenverglasung.

179c: (ehemaliges Transformatorengebäude)

An der Nordostecke an Gebäudeteil 179b angrenzendes viergeschossiges Turmgebäude auf rechteckigem Grundriß, 3:1 Achsen, Fronten aus Backstein mit Pilastergliederungen, hochrechteckige Fensteröffnungen mit großenteils originalen Stahlsprossenfenstern; Flachdach (Wiederherstellung 1954 nach Abbruch eines 1939/ 40 errichteten Flakstandes). Im Inneren: Im Treppenhaus Betontreppe mit originalem Stahlgeländer, gestaltet in Anklängen an den geometrischen Jugendstil.

Das Objekt Schanzenstraße 24 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW):

Das o.g. Objekt ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse, weil es als Industrieanlage in seiner für Köln und insbesondere für den heutigen Stadtteil Mülheim unverwechselbar prägenden Weise die Wirtschafts- und Technikgeschichte seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert dokumentiert.

Die Erhaltung und Nutzung des o. g. Objekts liegt aus künstlerischen und wissenschaftlichen – hier architekturgeschichtlichen – Gründen im öffentlichen Interesse.

Die ersten Gebäude des Kabelwerkes 1 (Gebäude 4, 48) sind um die Jahrhundertwende entstanden und orientieren sich in ihrer retardierenden Backsteinarchitektur noch an den Bauten aus der Gründungsphase des Werkes. Kennzeichnend für die Bauzeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind Backsteingliederungen mit Anklängen an neoromanische Formen (Lisenen und Rundbogenfries) sowie hohe Rund- und Stichbogenfenster. Charakteristisch für die Nutzung des Gebäudes 4 im Zusammenhang der industriellen Fabrikation sind die sprossengeteilten Metallfensterverglasungen und die außen entsprechend den Geschoßebenen sichtbar belassenen Splintscheiben der Verankerungen. Gebäude 48, das 1951 wieder zu Bürozwecken eingerichtet wurde, diente offenbar von Beginn an als Verwaltungsgebäude der Kabelfabrik 1. Dieser Nutzung entsprechend weist seine gesamte Gestaltung und die kleinteilige innere Aufteilung mit Erschließung über eine hölzerne Wohngebäudetreppe den Charakter eines Wohnhauses auf, das separat neben den Fabrikationsgebäuden errichtet wurde.

Die Aufnahme neuer Architekturformen zeigt sich bei den ab 1914 entstandenen Bauten des Kabelwerkes 1 (Gebäude 179b, c und e). Die Fronten sind mit monumentalen Backsteinpilastern in neoklassizistischer Formensprache repräsentativ gestaltet und lassen nach außen den industriellen Nutzungscharakter im Inneren nicht unmittelbar in Erscheinung treten. In ähnlicher Weise kaschiert das Blendmauerwerk der nördlichen Giebelfront an der Halle 179b das nach neuen Konstruktionsprinzipien in Skelettbauweise aus Stahlfachwerk und Beton errichtete Gebäude, das im Inneren durch seine filigranen Eisenträgerkonstruktionen und großflächigen Dachverglasungen besticht.

Allen Bauten gemein ist die am Außenbau nach oben zunehmende Dekoration.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0