Wohnhaus
Keupstraße 39 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2263 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Keupstraße 39, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1870 bis 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.04.1984 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Das dreigeschossige Haus mit Mansardgeschoß und Ladenlokal wurde um 1870/80 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Fassade mit sparsamem Stuckdekor im Biedermeier-Stil. Die Vertikalität der Flurtrachten ist durch die Aufteilung von gleichen Dekorelementen (gerade Fensterbekrönung) abgeschwächt. Das o. g. Haus stellt ein für die Kölner Innenstadt ehemals charakteristisches Drei-Fenster-Haus auf L-förmigem Grundriß dar. Dieser Haustypus, der bis zur Mitte des 19. Jh. gebaut wurde, hielt in Vororten bis zur Jahrhundertwende. Im Hausinneren ist erhaltungswürdig: Fußbodenfliesen im Hausflur und Holztreppe im Treppenhaus. Städtebaulich reiht sich das o. g. Haus in die abwechslungsreiche und vorstädtische Erscheinung der Keupstraße ein. Mit den Häusern 43, 60, 66 und 68 bildet das o. g. Haus ein Ensemble dreigeschossiger DreiFenster-Häuser.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0