Wohnhaus
Theresienstraße 29 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7441 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Theresienstraße 29, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1895 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1995 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1895/1900; Halbvilla; 2 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß; Backsteinfassaden (Lochstein) mit stark plastischer Stuckgliederung im Stil der Neo-Renaissance; Risalite bedingen unregelmäßigen Grundgriß und bewegte Dachlandschaft; Straßenfront: 2 Achsen; rechte Achse durch Altan (Balustrade rekonstruiert, Zwischenräume geschlossen) und Treppengiebel akzentuiert (gekoppelte Fenstertür mit Giebelaufsatz im OG; dreiteiliges Giebelfenster mit ornamentierter Konsole und Rundbogengiebel mit Muschelornament; als Abschluß kreisförmig gefaßtes Ornamentfeld); linke Achse und Eckrisalit mit Rundbogenfenstern und horizontalen Stuckbändern im EG; OG: profilierte, konsolgestützte Fensterrahmungen und -verdachungen, reich ornamentierte Brüstungsfelder; Seitenfront: dreiachsig mit Mittelrisalit (Erschließungstrakt); Gliederungsstruktur identisch mit der Straßenfront; Rückfront: mit Klinkern neu verblendet; im Gesimsbereich erhaltene Blendarkatur (zweifarbiges Backsteinmauerwerk) auf Konsolen; weit auskragendes, stark profiliertes Dachgesims (Profile nach Originalbefund neu gearbeitet); ruht auf ca. 40 cm langen, senkrecht in der Wand verankerten Balkon (ragen zum Teil aus der Wand vor und wirken wie ein Würfelfries); originale Dachform mit nach Originalbefund erneuerter Verschieferung und Dachgauben; Turmhaube in Anlehung an historische Vorbilder erneuert; Fenster erneuert (Fensterhöhen verändert); Eingangstür neu; Innen original: Entrée-Bereich und Treppenaufgang zum Hochparterre mit Marmorbelag; Treppengeländer in den Keller und ins Hochparterre aus Metall; Treppenanlage mit Antritts- und Zwischenpfosten, Geländerstäben und Handlauf in Holz (Antrittspfosten EG und oberster Geländerlauf nach Originalbefund rekonstruiert); Treppenhausfenster und Riegel (Verglasung erneuert); im Vorkeller ornamentierte Bodenfliesen; preußische Kappen in den Kellerräumen; Grundrisse durch Umnutzung (besonders im EG) verändert; Decken abgehängt (im EG stark beschädigter Stuck unter den Abhängungen); Bestandteil des Denkmals ist auch die das Grundstück einfassende Ziegelmauer; nicht Bestandteil des Denkmals sind die rückwärtigen Anbauten (völlig überformt und erneuert).
Die historische Entwicklung Lindenthals als westlicher Vorort Kölns beginnt 1843 mit dem Plan zur Gründung einer Wohnkolonie durch die Kölner Bürger Thelen und Fühling, die damals im Bereich der heutigen Dürener-, Falkenburg-, Herder und Theresienstraße Land erwarben, das gesamte Grundstück parzellierten und verkauften.
Ab 1846 begann die Bebauung zunächst nur zögerlich. 1888 folgte die Eingemeindung nach Köln in deren Folge gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit einsetzte. Neben repräsentativen Bauten wie dem o. g. Objekt entstanden auch bescheidenere Wohnbauten, u. a. für die Arbeiter der nahegelegenen Ziegeleien. Anders jedoch als z. B. in Ehrenfeld, Nippes oder Sülz entstand in Lindenthal nur wenig durchgängig geschlossene Bebauung, sondern eine dem Charakter einer Gartenstadt entsprechende Struktur, die maßgeblich durch freistehende oder freigestellte Bauten wie das o. g. Gebäude geprägt wird. Die erhaltenen gründerzeitlichen Bauten entlang der Theresienstraße im Bereich zwischen Bachemer Straße und Leiblplatz dokumentieren diese ursprüngliche Bebauung und prägen trotz starker Kriegszerstörungen das Straßenbild maßgeblich mit. Eine gewisse Einheitlichkeit in Baumassengliederung, Geschoßhöhe, Dachform, Stilelementen und der Anlage von Vorgärten machen dabei den ensemble-artigen Charakter in diesem Teilbereich der Theresienstraße aus. Als integraler, weitgehend intakter Bestandteil dieser Bebauung kommt dem o. g. Objekt eine unbedingt zu erhaltende stadtbau- und architekturgeschichtliche Bedeutung zu.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0