Wohnhaus
Kuenstraße 16 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7451 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kuenstraße 16, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.04.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1905, Vorderhaus mit rückwärtigen Anbauten entlang der seitlichen Grundstücksgrenzen, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, Dachaufbau in der Fassadenmitte, Stuckfassade in historistischen- und Jugendstilformen, Maueranker, 4 Achsen, Eingang in der Mitte, Fensteröffnungen im Erdgeschoß mit Segmentbogen, in den Obergeschossen mit geradem oberen Abschluß, Fenster der inneren Achsen in den Obergeschossen paarweise zusammengefaßt. Haustür mit sprossengeteiltem Oberlicht original, alle straßenseitigen Fenster erneuert (Oberlichter geschlossen, Kunststoffenster ohne Teilung).
Im Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes sind Ansätze industrieller Produktion bereits ab 1800 nachweisbar; diese Entwicklung sezte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fort und ließ den 1888 zu Köln eingemeindeten Stadtteil zu einem wichtigen Industriestandort heranwachsen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Ort, dessen Hauptverkehrsachsen die Mauenheimer-, Merheimer- und Niehler Straße bildeten, rasch an. Diese Entwicklung ist begründet in der räumlichen Nähe zur Kölner Innenstadt und in der verkehrsgünstigen Anbindung durch einen eigenen Bahnhof. Es entstanden neue Wohnbereiche beiderseits der Kempener Straße (um die damals errichteten Kirchenbauten St. Marien und die Lutherkirche). Um die Jahrhundertwende bis ca. 1914 wurden nördlich der Mauenheimer- und Florastraße, die Wohngebiete um den Leipziger- und Erzberger Platz erschlossen; das übrige Vorortgebiet weitete sich bis zum Inneren Grüngürtel nach Süden aus. Im wesentlichen prägen bis 1900 entstandene zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene, dem Wohnhaus Kuenstr. 16 entsprechende, drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Kuenstraße gehört zu den stadtnahen, jüngeren Straßenzeilen des Ortsteils Nippes und verbindet den südlichen, älteren Stadtteil von Nippes mit jüngeren Ansiedlungsflächen. Die Straße wurde in den Jahren 1895 - 1904 in Form in etwa rechteckiger Parzellen erschlossen und bebaut. Im Kreuzungsbereich Kuen-/Eichstraße erscheinen die Gebäude auf breiten Parzellen mit z. T. zwei parallelen, einen dreiseitig geschlossenen Innenhof bildenden rückwärtigen Seitenflügeln bzw. Anbauten, wie auch das o. g. Objekt.
Vor allem aus städtebaulichen Gründen ist das Gebäude schützenswert, da es als ein Teil der Erstbebauung dieser Straße zusammen mit den ebenfalls erhalten gebliebenen Gebäuden 4 - 28 eine fast ununterbrochene Fassadenreihe von Häusern des späten Historismus bildet und daher innerhalb des Ensembles unverzichtbar ist. Kunsthistorisch ist die gründerzeitliche Bebauung der Kuenstraße eine Abfolge verschiedener Stilrichtungen mit Mittelbetonung durch Ziergiebel oder Erker. Das Gebäude Kuenstraße 16 zeigt eine symmetrische Fassadengliederung, Fugenschnitt, Sockelbereich: Bossenquaderimitation, Rahmung der Fenster durch Bossenwerkimitation mit geraden Kanten, im Erdgeschoß keilsteinbekrönt (Eichhörnchen in Palmenlandschaft), Bekrönung der Obergeschoßfenster mit floral-ornamentalem Jugendstilschmuck, Einfassung des dreieckig abschließenden Ziergiebels in Bossenwerk, Maueranker. Die auffallend breite Schaufassade zeigt im Ganzen eine flächige Gestaltung, der Bereich des Erdgeschosses und die Einfassung aller Fenster ist durch Bossenwerkimitation akzentuiert. Der Bautyp des Hauses wiederholt sich in der Kuenstraße mit geringen Variationen und unterstreicht die städtebauliche Bedeutung des Einzelbaus. Das Gebäude Kuenstr. 16 ist als Beispiel für die städtisch geprägte Architektur in Nippes ein wichtiges gebautes Dokument und unverzichtbarer Bestandteil des historischen Ensembles.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0