Wohnhaus
Fürst-Pückler-Straße 58 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6416 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Fürst-Pückler-Straße 58, 50935 Köln |
| Baujahr | 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1992 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut 1924 von dem Architekten Theodor Merrill in Anklängen an den Neobarock; freistehender, im Grundriß nahezu rechtekkiger Bau; 2 Geschosse; Sockel- und ausgebautes Dachgeschoß; Tuffsteinfassade mit Fugenschnitt im EG; Putzfassade im OG, Gliederungen und einige Baudetails (Balkonbrüstung, Säulen ...) in Sandstein; schmale straßenwärtige Fassade: 3 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau mit betonter Mittelachse; Balkon mit steinerner Balustrade in Hausbreite, in der Mittelachse segmentbogenförmig vorgewölbt und von 2 Säulen abgestützt, Mittelachse im Erdgeschoß loggiaartig zurückspringend; Eingangsseite: flache Wandvorlage im Mittelbereich, Eingangstreppe verändert (ursprünglich doppelläufig, neues Geländer), betonter Hauseingang (orig. Haustür), Nebeneingang verlegt mit neuer Treppe (ursprünglich Öffnung geschlossen, neue Tür); zum Garten weisende Seitenfassade: segmentbogenförmig vorgewölbter EG-Erker mit Balkon im OG. Rückfront: im OG einseitig aus der Flucht zurückspringend, halbkreisförmige Treppe im EG, Terrasse im OG, neue Dachterrasse; Dachgeschoß nach Kriegszerstörung mit Walmdach und neuen Gauben wiederaufgebaut; größtenteils originale Fenster.
Bestandteil des Denkmals ist auch der an der Eingangsseite anschließende Torbogen, die Garage, die Grundstückseinfriedung und die umgebende, in der Gestaltung veränderte Gartenanlage (siehe Einzeichnung in beiliegender Flurkarte).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Vorort eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem - neben Marienburg und später Braunsfeld - der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung des 1895-1898 angelegten Stadtwaldes erfolgte eine Villenbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. Das o. g. Objekt entstand Mitte der 20er Jahre in der Fürst-Pückler-Straße, einer unmittelbar entlang des Stadtwaldes verlaufenden Wohnstraße, die einst mit hochherrschaftlichen Wohnhäusern bebaut war. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört das Haus zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter dieses Stadtteils als vornehmer Wohnort dokumentieren. Es bildet mit dem bereits um 1908 errichteten Nachbarhaus (Fürst-Pückler-Straße 56) ein von Grünflächen und altem Baumbestand umgebenes Gebäudeensemble, welches das Bild dieser nur einseitig bebauten Straße wesentlich prägt und somit aus städtebaulicher Sicht von außerordentlicher Wichtigkeit ist.
Ebenso wie das Nachbarhaus wurde o. g. Objekt durch Kriegseinwirkung beschädigt bzw. bei Instandsetzungsarbeiten in Teilen verändert wiederaufgebaut. Trotz dieser Veränderungen - die späteren Dachaufbauten können vom Betrachter sofort als spätere Zutat identifiziert werden - bilden die beiden, stilistisch auf barocke Herrenhäuser bezug nehmenden Gebäude auch heute noch eine gestalterische Einheit. Wahrscheinlich hat sich der Architekt in der neobarocken Gestaltung des o. g. Objektes bewußt auf die schon bestehende "Villa Langen" (Fürst-Pückler-Straße 56) bezogen.
Charakteristisch für das Erscheinungsbild des Hauses Nr. 58 ist vor allem die Verwendung hochwertiger Baumaterialien - Tuff- und Sandstein -, die hier aufwendig bearbeitet und mit glatten Putzflächen kombiniert werden. Die Materialwahl zeugt ebenso wie der nahezu axialsymmetrische Aufbau und
die breite Lagerung des Wohngebäudes von den hohen Ansprüchen eines Bauherren - es handelt sich um den Notar Dr. J. Krantz -, der ein repräsentatives und der Tradition verhaftetes Haus bewohnen wollte.
Als Werk des bekannten Theodor Merrill - er hat in den Zwanziger Jahren im Villenvorort Marienburg herrschaftliche Wohnhäuser in verschiedenen Stilrichtungen entworfen - gilt dem o.g. Wohnhaus das besondere Interesse seitens der Architekturgeschichte und Bauforschung der Stadt Köln.
Unterstützt wird die Wirkung des Hauses nicht zuletzt durch die umgebenden Gartenflächen, welche zusammen mit der zeitgenössischen Grundstückseinfriedung einen wesentlichen Bestandteil des Denkmals bilden.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0