Wohnhaus

Gutenbergstraße 47 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7450
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gutenbergstraße 47, 50823 Köln
Baujahr1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.04.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1888; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldachgeschoß (mit neuer, breitgelagerter Gaube); 3 Achsen (Eingang in der linken Gebäudeachse); Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Verbindung von Neo-Renaissance und Neo-Klassizismus; EG durch stark profilierte Quaderstruktur als Sockelgeschoß ausgewiesen (originale Kellerfensterabdeckungen aus Metall mit ausgestanztem Ornament); glatt verputztes, mit Stuckrahmung gefaßtes Brüstungsfeld im 1. OG; profilierte Sohlbankgesimse und Fensterrahmungen mit aufgesockelten Fensterbekrönungen (Mittelfenster 1. OG durch Giebelfeld und Voluten im Bereich der Fensterbank betont); Dachgesims mit Würfelfries; Eingangstür und Fenster erneuert; Rückfront: in Verlängerung der linken Gebäudeachse rückwärtiger Seitenflügel (3 Geschosse, 4 Achsen) und daran anschließender einge-schossiger Anbau (Bestandteil des Denkmals) mit Keller; Rückfront komplett backstein-sichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert. Innen original: Terrazzo mit Ornament im Vorflur; hölzerne Treppenanlage mit gedrehten Geländerstäben; Wohnungsabschlußtüren mit Rahmen (außer EG); Hoftür; Vorderhaus: pro Geschoß eine Laibung zwischen den Straßenräumen; Hinterhaus: EG: 2 Laibungen, 1 Tür, 1 Fenster, teilweise Fußleisten; 1. OG: Rahmen; 2. OG: Zimmertüren; Grundrisse weitgehend origi-nal (Bäder eingebaut); Keller mit gemauerten preußischen Kappen und Backsteinboden (außer Keller des Anbaus: flache Decke mit Doppel-T-Trägern); Bestandteil des Denkmals ist auch das an der rückwärtigen Schmalseite der Parzelle erhaltene Stück Hofmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Gutenbergstraße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stammstraße und Subbelratherstraße vorwiegend mittlere Einkommensschichten an. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Bebauung der Gutenbergstraße, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nimmt, deren historistische Architektu-auffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam, die allerdings den bescheideneren Verhältnissen in Ehrenfeld entsprechend die Bauten zurückhaltender gestalteten. Das o. g. Objekt variiert hierbei den in weiten Teilen Ehren-felds typischen dreiachsigen Haustyp dahingehend, daß der Kontrast zwischen backstein-sichtiger Fassade und Stuckgliederung das charakteristische Merkmal des Gebäudes wird, wobei die straffe Gliederung der Obergeschosse dem Bau eine strenge Sachlichkeit verleiht, die durch die lineare Fugenstruktur des Sockelgeschosses unterstrichen wird. Als bauliches Dokument der ursprünglichen Besiedlung und Entwicklung Ehrenfels zu einem neuen vorstädtischen Wohnquartier ist das o. g., in allen wesentlichen Bestandteilen intakte Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0