Wohn- u. Geschäftshaus

Lenaustraße 1 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7627
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Lenaustraße 1, 50825 Köln
Baujahr1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1908 (inschriftlich datiert); Architekt: Hubert Benoit; 3 Geschosse, teilweise ausgebautes Dachgeschoß; 6:5 Achsen, abgeschrägte Ecke (Zugang Ladenlokal im Eckbereich; Zugang zu den Wohnungen von der Lenaustraße); Putzfassade mit reicher Stuckgliederung im Jugendstil; EG: profilierte Putznutung (Sockelgeschoß); Fensteröffnungen korb- bzw. rundbogig überfangen; Kellersockel mit Wandfliesen verkleidet; Obergeschosse durch profilierte Wandvorlagen mit Konsolen vertikal gegliedert; 1. OG: reich ornamentierte giebelförmige Fensterbekrönungen; 2. OG: profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen; Treppenhausachse (Lenaustraße) und Mittelachse Hauffstraße: leicht vorgestuft (auf profilierten/ornamentierten Konsolen); figural geschmückte Sprenggiebel (1. OG), reich ornamentierte Brüstungsfelder und Dacherker (Giebelfelder ornamentiert/monumentale Masken) mit seitlichen Trophäen; Eckachse turmartig (Runddach) überhöht (ornamentiertes Brüstungsfeld im Dachgeschoß); vorkragendes, profiliertes Traufgesims; 7 originale Dachhäuschen (im Speicherbereich Lenaustraße seitlich neu verkleidet); Fenster und Türen erneuert; abgehängte Decken (Oberlichter geschlossen); Rückfront: 2:2 Achsen; backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; Rückfront Hauffstraße durch spätere Anbauten (nicht Bestandteil des Denkmals) verunklärt. Innen original: Terrazzobelag (mit Bordüre und Mittelornamenten); hölzerner Antrittspfosten, Geländer, Handlauf; profilierte Wandleiste; Wohnungsabschlußtüren (außen verkleidet); Zimmertüren (z. T. mit Laibungen); evtl. Stuck unter den abgehängten Decken; Speicher mit Drempel, Speichertür.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen.

Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine großzügige Bebauung u. a. entlang der Hauffstraße, an deren zweitem Endpunkt 1902 der Lenauplatz angelegt wurde, von dem aus die Eichendorffstraße die Verbindung zum Ottoplatz herstellt.

Am Lenauplatz als einem der Besiedlungsmittelpunkte entstand innerhalb weniger Jahre eine geschlossene Bebauung. Als integralem Bestandteil dieser ursprünglichen Bebauung kommt dem o. g. Objekt wegen seiner platz- und straßenraumprägenden Erscheinung eine besondere Bedeutung zu. Die dreifache Orientierung des Gebäudes zur Hauff- und Lenaustraße und zum Lenauplatz ergibt sich durch aufwendige Stukkaturen, reich gestaltete Dachaufbauten und eine auf die straßenräumliche Situation bezogene Fassadengestaltung. Der von einem hohen repräsentativen Anspruch des Bauherren/Bewohners zeugende Bau ist als stadtteiltypisches bauliches Dokument unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0