Wohn- u. Geschäftshaus

Hauffstraße 22 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7569
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hauffstraße 22, 50825 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.08.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut um 1904; Eckhaus zum Lenauplatz; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (verändert durch neue breitgelagerte Gauben); 5:1:2 Achsen; abgeschrägte Ecke mit giebelbekröntem Wandfeld in der Dachzone; Eingang an der Hauffstraße; Zugang zum Ladenlokal im Eckbereich;

Putzfassade mit Stuckgliederung in Kombination von Jugendstil- und Neo-Renaissance-Elementen; EG verändert (Wandfliesenverkleidung); Fenster erneuert (außer Treppenhaus mit Bleiverglasung aus den 50er Jahren und Schaufenster Ladenlokal); Eingangstür original; Horizontalgliederung durch Sohlbank-, Drempel- und Dachgesims; Fenster im 1. OG giebelbekrönt (Wechsel von Rund- und Dreieckgiebel mit floralem Ornament); 2. OG: profilierte Fensterbekrönungen; linke Achse am Lenauplatz mit gekoppelten Fenstern; auffälliger Bauschmuck an der Hauffstraße in Form eines floral gefaßten Kölner Stadtwappens (eigentümlich die verkehrt herum ausgeführten 11 Flammen) im 1. OG; im 2. OG kreisrundes Stuckelement mit 4 stilisierten Kragsteinen; Rückfront: rechts 2 Achsen (Balkon 1. OG und Dachgaube neu); links eine Achse (zum Nachbarhaus geschlossene Wandfläche); backsteinsichtig (durch gelbe Backsteinlagen horizontal gegliedert; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; Hoftür original.

Innen original: Terrazzobelag mit Bordüre im Treppenhaus; hölzernes Treppengeländer mit Handlauf und Zwischenpfosten; 2 originale Türen im EG; Grundrisse (außer Dachgeschoß); Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der eingeschossige Anbau im Hof.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird kurz vor der Jahrhundertwende im Zusammenhang mit der Anlage des großen Schlacht und Viehhofes an der Liebigstraße der Bereich des heutigen Neuehrenfeld baulich erschlossen. Als Siedlungsansatz inmitten des unbebauten Geländes zwischen Nußbaumer und Subbelrather Straße stiftete der bereits in Alt-Ehrenfeld tätige Stadtverordnete Franz Zilkens 1896 einen Bauplatz für ein Kirchengebäude, die Annakirche, mit einer großen, sie umgebenden Freifläche, dem Ottoplatz. Fast gleichzeitig stiftete Alois Anton Schlösser am Rande seines Gartengeländes zur Förderung der Besiedlung ein Grundstück für ein Kirchengebäude mit umliegender Platzanlage, dem Simarplatz, wo wenig später St. Peter errichtet wurde. Von diesen beiden Polen aus entwickelte sich die Neuehrenfelder Besiedlung, u. a. entlang der Hauffstraße, die den Simarplatz mit dem 1902 ebenfalls von Schlösser angelegten Lenauplatz verbindet. Der gesamte Bereich Hauffstraße/ Landmannstraße/Lenauplatz wurde im Anschluß zügig bebaut.

Aus dieser Zeit datiert auch das o. g. Objekt, dem durch seine markante Ecklage am Lenauplatz/Hauffstraße besondere städtebauliche Bedeutung zukommt. Durch den hochaufragenden Giebel im Bereich der abgeschrägten Gebäudeecke wurde es zu einem Blickpunkt am Lenauplatz. Der Bezug zur Hauffstraße wird durch eine Baumassengliederung in 2 x 3 Achsen in Form einer angedeuteten Baunaht erreicht, wodurch der vorherrschende dreiachsige Haustyp entlang der Hauffstraße aufgenommen wird. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Ursprungsbebauung und trägt wesentlich zum Verständnis der Neuehrenfelder Stadtarchitektur und ihrer spezifischen Ausprägung bei und stellt ein unverzichtbares bauliches Dokument dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0