Pfarrhaus

Adamsstraße 15 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7649
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrhaus
Adresse Adamsstraße 15, 51109 Köln
Baujahr1955 bis 1956
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 13.10.1995
Stadtteil Mülheim

1955/56 erbaut, Architekt: O. Troesser, Leverkusen; freistehend auf rechteckigem Grundriß; 2 Geschosse, asymmetrisches Satteldach, traufständig zur Straße; Backsteinfassaden, hell gestrichener Sichtbeton am Treppenhaus; straßenseitige Fassade axialsymmetrisch gegliedert durch hochrechteckige und quadratische Fensteröffnungen in Zweier- und Dreiergruppen, im EG teilweise originale Fenstergitter; linke südliche Giebelseite mit hochrechteckigen Fensteröffnungen in Dreiergruppen, Betonung der vortretenden rechten Fassadenhälfte durch Hauseingang mit originaler Haustür aus Holz unter originalem flachen Vordach und axiale, bis zur Giebelspitze reichende Fensterbahn des Treppenhauses (originale Metallrahmung mit bleigefaßter Buntverglasung); rechte nördliche Giebelseite geschlossen ohne Öffnungen; rückwärtige Gartenseite im rechten Teil vortretend mit abgeschlepptem Dach, links zurückgesetzt mit axialsymmetrischer Anlage der Fenster- und Türöffnungen, Terrasse mit originalem Belag aus Buntzementplatten, Balkon mit originalem Metallgeländer; sämtliche Fenster, Balkon- und Terrassentüren erneuert. Im Inneren original erhalten: In Eingangsbereich und Treppenhaus offener Rundbogen und rundbogige Kellertür, Kunststeinboden und Treppe mit Kunststeinbelag und Metallstabgeländer mit Mipolamhandlauf; Grundrißgestaltung, Zimmertüren.

Bestandteil des Denkmals ist auch die zwischen südwestlicher Gebäudeecke und Kirche nach Westen verlaufende Mauer aus Backstein mit gefirsteter Backsteinabdeckung.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim, die 1914 nach Köln eingemeindet wurde, hatte sich bis ins 18. Jahrhundert auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße beschränkt. Östlich an diesen ältesten Ortskern angrenzend wurde infolge des gewerblichen und später industriellen Wachstums die Neustadt mit regelmäßigem Straßenraster angelegt. Zwischen Regenten- und Adamsstraße entstanden im 19. Jahrhundert außer gründerzeitlicher Wohnbebauung eine katholische und eine evangelische Kirche. Die katholische Liebfrauenkirche wurde 1857 - 64 nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner errichtet. Nach den erheblichen Zerstörungen Mülheims im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1953 ff. mit einem neuen Hallenchor des bedeutenden Architekten Rudolf Schwarz wiederaufgebaut, einem der führenden katholischen Kirchenarchitekten Deutschlands im 20. Jahrhundert, der sich in Köln als Leiter des Wiederaufbaus verdient gemacht hat. 1955/56 erfolgte der Neubau des o. g. Pfarrhauses Adamsstr. 15 in einer für die Architektur der 1950er Jahre charakteristischen Form. Der schlichte, an traditionellen Mustern orientierte Backsteinbau zeichnet sich durch den Wechsel von symmetrischer und asymmetrischer Fassadengestaltung aus. Auf der Straßen- und der Gartenseite sind die Öffnungen spiegelbildlich angeordnet, während die asymmetrischen Hälften der Giebelseite durch gegeneinander versetzte Flächen mit horizontal gereihten Fenstern und vertikal angelegter Eingangsachse deutlich kontrastieren. Das hohe Treppenhausfenster als zeittypisches Element mit seiner schrägen Binnengliederung greift in Anlehnung an die Fensterbahnen des Chores der Kirche ein prägnantes Motiv auf, das den funktionalen Zusammenhang zwischen Pfarrhaus und Kirchengebäude veranschaulicht. Darüberhinaus kommt dem Pfarrhaus sowie der Backsteinmauer zwischen diesem und der Sakristei der Kirche städtebauliche Bedeutung zu, indem sie den kleinen Platz mit dem Annexbau der Marienkapelle auf der Ostseite des Chores nach Norden hin begrenzen. Das o. g. Haus Adamsstr. 15, das insgesamt seine originale Substanz weitgehend bewahrt hat, dokumentiert als qualitätvolles Beispiel für die Architektur der 1950er Jahre und als wesentlicher Bestandteil des in der Nachkriegszeit wiederaufgebauten bzw. neu angelegten Ensembles Liebfrauenkirche die bauliche Entwicklung innerhalb des historischen Mülheimer Stadtkerns und ist deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0