Wohnhaus
Merkensstraße 17 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7687 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merkensstraße 17, 50825 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.11.1995 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1907; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (kombiniertes Sattel-/Flachdach; Gauben entfernt; neue Dachflächenfenster); 2 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an barocke Formen; Betonung der linken Gebäudeachse durch konvexen Erker mit Balkon (Balustrade) und gestelzten Schweifgiebel mit eckigem Volutenabschluß und ovaler Giebelöffnung; Drilling am Erkerfenster (1. OG) mit profilierten Brüstungsfeldern; breites, dreiteiliges Fenster im 2. OG; sonstige Fensterrahmungen schlicht gerahmt (gekoppelte Fenster 1./2. OG rechte Achse); Eingang portalartig gerahmt (gekoppelte Fenster Schweifgiebel mit Voluten und Kartusche; Horizontalgliederung durch Sohlbank- und Stockwerkgesims (beide am Erker verkröpft) und Traufgesims; Fenster/Eingangstür erneuert; Rückfront: 2 Achsen; verputzt; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster/Tür erneuert. Innen original: Terrazzobelag mit Bordüre im Vorflur/Treppenhaus (je mit Mittelornament) und auf den Podesten; obere Wandzone im Vorflur durch aufgeputzten Wandspiegel (zum Teil ergänzt) gegliedert; Decke mit profilierter Rahmung; Unterzug zum Treppenhaus rundbogig gefaßt und profiliert; Treppe mit Terrazzostufen; Geländerstäbe (mit Metallbuchsen) und Handlauf in Holz; Grundrisse weitgehend original (Küche, Bäder später abgetrennt); Decken abgehängt. Bestandteil des Denkmals ist die rückwärtige Hofmauer mit Wandvorlagen und Abdeckungen (neu verputzt) und der WC-Anbau (Rückfront links). Nicht Bestandteil des Denkmals ist der schmale, eingeschossige Anbau, an den WC-Trakt anschließend.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.
Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich kurz nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Merkensstraße.
Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der noch vor dem 1. Weltkrieg vollendeten Bebauung, die nach Kriegsende und Weltwirtschaftskrise durch eine stilistische andersartige Bebauung ergänzt wird.
Das o. g. Objekt steht genau am Schnittpunkt beider Bebauungsphasen. Die Nachbargebäude Merkensstr. 19 - 21 wurden 1927 im Stil des Expressionismus errichtet.
Diese stilistische Zäsur markiert einen für Neuehrenfeld typischen Wechsel zwischen individueller Gründerzeitarchitektur und genossenschaftlichem Bauen der 20er Jahre und dokumentiert so die stadtteilspezifische erhaltenswerte Entwicklung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0