Wohnhaus

Siemensstraße 55 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7707
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 55, 50825 Köln
Baujahr1913
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1913; Eckhaus zur Nußbaumerstraße; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 6:4 Achsen; Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung in Anlehnung an den Klassizismus; Fassadenrhythmisierung durch 4-geschossigen Risalit mit Walmdach an der Siemensstraße (1./2. OG mit Lisengliederung; ornamentierte Brüstungsfelder 2. OG) und 2-geschossigen Erker mit Balkon an der Nußbaumerstraße (profilierte Fensterrahmung; ornamentierte Brüstungs- und Wandfelder im 2. OG; Balustrade), durch Dachaufbau mit hohem Giebel überhöht (Giebelfeld profiliert gerahmt); Kellersockel (Nußbaumerstraße) natursteinverkleidet; Wandflächen glatt verputzt; Horizontalgliederung durch um die Erker verkröpfte Gesimse (klassizistische Provenienz); Fenster erneuert; Eingangstür original; Rückfront: 4:2 Achsen; 2 erneuerte Balkonanlagen; verputzt; Fenster erneuert (außer WC- und Treppenhausfenster mit Beschlägen und buntfarbiger Bleiverglasung); Hof- und Kellertür original; profiliertes Traufgesims. Innen original: Vorflur/TH mit schwarz-weißen und grauen Bodenfliesen (geometrisches Muster); weiße Marmorstufen im Vorflur; hölzerne Wandvertäfelung mit profilierter Abschlußleiste; oben pilasterartige Vertikalgliederung (Stuck) mit Kartuschen; stuckgerahmte Deckenspiegel; profilierter Unterzug zum Treppenhaus; Holzbriefkästen; Antrittspfosten, Geländerstäbe und Handlauf in Holz; Wandleiste und Linkruster im Treppenhaus; Terrazzostufen; Terrazzobelag auf den Podesten; Kellertür; Speichertür; Wohnungseingangs- und Zimmertüren mit Rahmen; z. T. originaler Stuck (u. a. EG links: Straßenräume mit Deckenrahmung und Mittelrosette); Grundrisse.

Bestandteil des Denkmals ist der Vorgarten mit Einfriedung (Sockel, Pfeiler, metallenes Geländer).

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung weiterer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße herstellt.

Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei zwei städtische Planungen sein Anliegen unterstützten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen, nur wenig veränderten Bebauung. Als Eckbau am Kreuzungspunkt von Siemens- und Eichendorffstraße hat es doppelte straßenbildprägende Funktion.

Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen widerspiegelt sowie die Betonung der Kubatur (doppelter Erker, glatte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten). Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehört der Vorgarten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0