Wohnhaus

Siemensstraße 58 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7709
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 58, 50825 Köln
Baujahr1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.12.1995
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut 1910; 2 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (2 originale Gauben) mit Zwerchhaus; 3 Achsen (Eingang mit originaler Tür rechts); Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung in Anlehnung an den Klassizismus; Mittenbetonung durch zweigeschossigen Standerker (Lagerfugen, stilistierte Pilasterrahmung, profiliertes Traufgesims/Fensterbrüstungen 1. OG); Kellersockel mit aufgeputzter Quaderstruktur (Sockelgeschoß); Wandfläche EG/OG/Zwerchhaus glatt verputzt (Giebel verschiefert); linke Fensterachse mit profilierten Fensterbrüstungen; Sturz im EG mit stilisierter Konsole; profilierte Verdachung im OG; rechte Gebäudeachse mit profilierter Türrahmung (ornamentierter Sturz/profilierte Bekrönung) und Fensterrahmung; Fenster original (außer Oberlichter OG rechts, Gaube links). Innen original: hölzerne Treppenanlage.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit Einfriedung (Sockel, Metallgeländer; z. T. 45o gedreht für Kfz.-Stellplatz), sowie der rückwärtige Garten.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre (Ottostraße). Doch erst mit der Anlage des Schlacht- und Viehhofes nördlich der Eisenbahnlinie (Eröffnung 1895) kommt es zu einer endgültigen Wohngebietserweiterung von Alt-Ehrenfeld nach Norden.

Zwischen dem vom Stadtverordneten Franz Zilkens gestifteten Bauplatz für St. Anna und der Stiftung von Alois Anton Schlösser am Simarplatz (hier wurde St. Peter errichtet) entwickelte sich nach der Jahrhundertwende eine zügige Bebauung, unter anderem entlang der Siemensstraße, die eine Querverbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße herstellt. Zilkens war hier um die Schaffung einer attraktiven Wohngegend bemüht, wobei städtische Planungen sein Anliegen unterstützten. Zum einen war dies die 1910 geplante Blücherparkanlage (1913 fertiggestellt) und zum anderen die Anlage des Ehrenfeldgürtels (in seinem Verlauf um die Jahrhundertwende von der Stadt Köln festgelegt), der um 1910 hier angelegt und schnell bebaut wurde. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der ursprünglichen hier wenig veränderten Bebauung. Auffällig sind der reduzierte Schmuckaufwand, der nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft ist, sondern vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichte und strenger wirkende Formen sowie die Betonung der Kubatur (Erker, sparsam gegliederte Wandflächen, hochaufragende Dächer und Giebelfronten) widerspiegelt. Innerhalb dieser großzügig angelegten Vorortbebauung gehören Vorgarten und rückwärtiger Garten zum Typus des Hauses, das als ein für die Neuehrenfelder Bebauung typisches Beispiel ein unverzichtbares Dokument darstellt, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0