Teile einer Villa mit Garten
Fürst-Pückler-Straße 48 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7729 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Teile einer Villa mit Garten |
| Adresse | Fürst-Pückler-Straße 48, 50935 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.01.1996 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Es handelt sich dabei im einzelnen um folgende Teile:
die teilweise erhaltenene Reliefstreifen an den Fassaden, die im Geländer der neuen Balkone im OG der Westseite verwendeten Zierelemente des Geländers vom Treppenhaus, die von Georg Wrba ausgeführte Steinskulptur an der Südfassade; im Inneren des Gebäudes die Stuckdecke in der heutigen Diele, zwei Türen (Peter Behrens) sowie die ursprünglich im Eckfenster eingebaute Ecksäule (Otto Gussmann).
Auch der umgebende Grünbereich inkl. der originalen Einfriedungsmauer, der seine historische Bepflanzung nahezu komplett eingebüßt hat, ist als Freifläche relevant und schützenswert (siehe Flurkarte).
Der 1888 nach Köln eingemeindete Vorort Lindenthal wird wesentlich geprägt durch eine gehobene Wohnbebauung, die insbesondere in der Umgebung des 1895 - 98 angelegten Stadtwaldes einen hohen Standard aufwies.
Die unmittelbar am Park gelegene Fürst-Pückler-Str., an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört zum Zentrum dieses einstigen Villenviertels am Stadtwald, das, so wie der gesamte Stadtteil, im Zweiten Weltkrieg unwiderbringliche Verluste erlitt. Das Gebäude wurde 1910 als Wohnhaus für den Fabrikanten Max Meirowsky nach Plänen des Architekten Ludwig Bopp errichtet. Die Innenausstattung entwarfen mehrere überregional tätige Künstler, darunter namhafte Vertreter des Deutschen Werkbundes (Peter Behrens, Fritz Schumacher, Fritz Erler, Richard Engelmann, Otto Gussmann). Für Skulpturen im Außenbereich wurde der Bildhauer Georg Wrba verpflichtet.
Durch dieses Ineinandergreifen und Zusammenwirken von Architektur, Malerei und Plastik, ergänzt durch die noch original eingefriedeten umgebenden Grünflächen - der Vorgarten und der zeitgemäß großzügig und klar gestaltete Garten mit Bepflanzungen im Randbereich - entstand ein Gesamtkunstwerk, das fortschrittliche Ausdrucksformen der Entstehungszeit sowie den Anspruch des Bauherrn auf höchste Qualität dokumentierte. Hinsichtlich dieses hohen baukünstlerischen Niveaus kam dem Haus Meirowsky allenfalls die kurz zuvor (1908/09) nach Entwürfen von Joseph Maria Olbrich in Marienburg errichtete Villa Feinhals (Lindenallee 3) gleich, die im Juli 1943 nahezu völlig zerstört wurde.
Auch das Gebäude Fürst-Pückler-Str. 48 wurde aufgrund erheblicher Kriegsbeschädigungen sowie verschiedener Umbaumaßnahmen in der Nachkriegszeit in seiner äußeren und inneren Struktur großräumig verändert. Vor allem im Dachbereich und dem darunterliegenden Geschoß, darüber hinaus an Straßen- und Gartenseite erfolgte der Wiederaufbau - wenn auch weitgehend mit gleichem Material - in vereinfachter bzw. grundlegend veränderter Form. Die großzügige Raumgestaltung im Innern wurde aufgrund der Aufteilung in Etagenwohnungen aufgegeben, die für die denkmalrechtliche Bewertung nicht mehr relevant sind.
Dennoch verfügen die wenigen, noch original erhaltenen Ausstattungsreste über eine solch exzellente Qualität, daß sie, zwar weitgehend nicht mehr am Originalstandort befindlich und somit baugeschichtlich nicht mehr aussagefähig, als Dokumente der Erstausstattung sowie als Zeugnisse für das damalige Kunstschaffen unverzichtbar sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0