Wohnhaus

Brüsseler Straße 34 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7766
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Brüsseler Straße 34, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1895; nahezu quadratischer Grundriß mit eingeschossigem Hofanbau.

Fassade: 4 Geschosse, nach Kriegsschaden erneuerter Dachausbau mit breitgelagerter Gaube ; 3 Achsen (Eingang rechts); Backsteinfassade (Riemchen) mit Stuckgliederung in Anlehnung an die Renaissance(EG mit aufgeputzter Quaderstruktur; profilierte Fensterrahmungen im 1.-3. OG; Fensterbrüstungen im 1. OG; profilierte, bzw. ornamentierte Gesimse); Horizontalgliederung durch Stockwerk- (EG), Sohlbank- (EG/1./2. OG) und Traufgesims; Eingangstür/Fenster erneuert.

Rückfront: 4 Achsen (links WC-Trakt leicht vorgestuft; rechts eingeschossiger Anbau); backsteinsichtig (mehrfach gestrichen); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert.

Innen original: Grundrisse weitgehend unverändert (Zugang zum rechten Straßenzimmer statt vom Treppenhaus jetzt innerhalb der Wohnung, Einbau von Bädern); Treppenhaus und alle Böden nach Kriegsschäden erneuert; gemauerter Gewölbekeller mit teilweise erhaltenem Backsteinboden.

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Brüsseler Straße als einer parallel zum Ring geführten Erschließungsachse eine besondere Bedeutung zu, da sie die Verbindung zwischen dem Kreuzungsbereich Rhonstraße/ Lindenstraße und dem Brüsseler Platz mit der Kirche St. Michael(1902-06 von Eduard Endler errichtet) herstellt. Dieser Platz ist prägend für die Stübbensche Planung , die immer wieder mit platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen arbeitet, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen.

Das "Belgische Viertel"gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden, die durch repräsentative Bauten geprägt sind. Im Bereich zwischen Aachener und RichardWagner-Straße ist das o.g. Objekt das einzige Gebäude, das nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges die ursprüngliche Bebauung der Brüsseler Straße dokumentiert und daher unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0