Wohnhaus
Teutoburger Straße 32 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7779 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Teutoburger Straße 32, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1906, 1949 bis 1950 |
| Architekt / Planung | Heinrich Benoit |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.02.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1906. 1949/50 Instandsetzung im Zuge des Wiederaufbaus (Planung: Heinrich Benoit, 1949, Ausführung 1950); nahezu quadratischer (leicht trapezoid) Grundriß.
Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (mittiges Zwerchhaus, seitliche Gauben); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit reicher Stuckgliederung im Jugendstil (flächig angelegte Gliederungen: Fensterrahmungen, Brüstungsornamente, aufgeputzte Lagerfugen); EG mit strukturiertem Putz (Rustikaimitat) und Lagerfugen; Mittenbetonung durch dreigeschossigen,trapezoiden Erker mit Balkon/Zwerchhaus mit Schweifgiebel; Eingangstür original; Fenster erneuert (Holzfenster unter Beibehaltung der originalen Aufteilung, außer bei den Dachfenstern).
Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig (großflächige neue Aufmauerungen als Reparaturmaßnahmen nach dem 2. Weltkrieg ablesbar); Fenster der Treppenhausachse verändert (neue Stürze, vergrößerte Fensteröffnungen); nachkriegszeitliche Wiederherstellung des Dachgeschosses; Fenster/Hoftür erneuert.
Innen original: Vorflur: Jugendstilwandfliesen (untere Wandzone mit reliefierten weißen Fliesen, farbig ornamentierte Kopfreihe, profilierte Abschlußleiste); Bodenfliesen im Vorflur/Treppenhaus-EG mit floral ornamentierter Bordüre; Durchgang zum Treppenhaus leicht profiliert; Terazzotreppe (bis erstes Podest); Metallgeländer/Holzhandlauf 50er Jahre; Wandfliesen mit Bordüre in der EG-Küche; z.T. Zimmertüren mit Rahmen; Wiederaufbau nach dem Krieg auf alten Grundrissen; z.T. abgehängte Decken (Zustand der evt. vorhandenen Stukkaturen nicht bestimmbar).
Bestandteil des Denkmals ist auch die Hofmauer.
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Teutoburger Straße eine besondere Bedeutung zu, da sie die Verbindung zwischen dem Sternplatz am Römerpark, der als platzbildende Konzentration von Straßenzügen prägend für die Stübbensche Planung ist, und der Bonner Straße, die als eine der großen Radialen die neustädtische Bebauung in Sektoren gliedert, herstellt.
Ein weiteres Anliegen der neustädtischen Planung ist die Durchgrünung der neuen Stadtquartiere. Die als Allee angelegte Teutoburger Straße bildet dabei gemeinsam mit der Roland- und der Volksgartenstraße eine parallel zu den Ringen verlaufende Grünachse, die ein charakteristisches Merkmal der südlichen Neustadt ist.
Wie u.a. auch das "Gerichts-" und das "Belgische Viertel" gehören auch Teile der südlichen Neustadt zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden, die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind. Zu ihnen gehört auch die Teutoburger Straße, die von vier- bis fünfgeschossigen, reich ausgestatteten Mietshäusern gesäumt wird, die fast ausschließlich durch mehrgeschossige Mittelerker mit breiten, bzw. gekoppelten Fenstern das Straßenbild prägen. Die Erker betonen den Vermittlungsbereich der Hausfassaden als eine in den Luftraum der Straße vorgeschobene Nahtstelle des Innen und Außen einer Wohnung und gestalten so das Straßenraumprofil der Teutoburger Straße maßgeblich mit. Gliederungselemente, wie das profilierte Rahmensystem im 1./2. OG und die stilisierten Pilaster im 3. OG oder die ornamentierten Brüstungsfelder und der hoch aufragende Schweifgiebel bestimmen den repräsentativen Charakter des Gebäudes.
Als integraler Bestandteil der im Bereich zwischen Alteburger Straße und dem Sternplatz am Römerpark noch weitgehend erhaltenen Erstbebauung, ist das o.g. Objekt als anschauliches Beispiel gründerzeitlicher Architektur- und Stadtbaugeschichte unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0