Wohnhaus
Teutoburger Straße 38 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7960 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Teutoburger Straße 38, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1908; nahezu quadratischer Grundriß.
Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; (3 nachträglich errichtete Gauben); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit reicher Stuckgliederung des Jugendstil (asymmetrische Fassadenkomposition, flächig angelegte Gliederungselemente wie Fensterrahmungen, Brüstungsornamente, aufgeputzte Lagerfugen im EG/1.OG, Erker mit stilisierter Kolossalordnung); Mittenbetonung durch dreigeschossigen Erker mit Balkon; Eingangstür und Fenster (Holzfenster ohne Oberlichter; Fensteröffnungen wegen abgehängter Decken verkleinert) erneuert; Vergitterungen der Kellerfenster original.
Rückfront: 4 Achsen; neu verputzt; mittig über 2 Achsen erneuerte Balkone; Hoftür und Fenster der Wohnungen (wie Straßenfront; veränderte Fensteröffnungen) erneuert; Treppenhausfenster original (große Metallrahmenfenster mit Beschlägen im 1.-3.OG, im 4.OG erneuertes Holzfenster).
Innen original: Vorflur: seitlich halbhoch mit Marmor verkleidet; Fußleiste/obere Abschlußleiste aus belgischem Granit; obere Wandfläche mit aufgeputzter Vertikalgliederung/Gurtbögen; kleine, floral gerahmte Putzspiegel; Decke tonnengewölbt; rundbogiger Durchgang zum Treppenhaus (Bogen mit profiliertem Stuckornament); Treppenhaus: Terrazzobodenbelag und -treppe im Hofeingangsbereich; Terrazzotreppe, genietetes Metallgeländer und Holzhandlauf; Podeste mit Terrazzobelag; Decken im Treppenhaus (Geschoßpodeste) mit runden, floral ornamentierten Stuckrosetten und -kehlen; Treppenunterseiten profiliert gerahmt mit seitlichen Stuckkehlen.
Veränderungen: DG nach Kriegszerstörung verändert wiederaufgebaut (seitlich des Mittelerkers Dachraumerweiterungen); neue Gauben im Spitzbodenbereich; Rückfront vollflächig neu verputzt; Balkone nachträglich erneuert; im Vorflur/Treppenhaus EG neuer Kunststeinbodenbelag; gesamtes Treppenhaus mit neuer Wandfliesenverkleidung; alle Wohnungseingangstüren erneuert; alle Geschoßdecken infolge Kriegseinwirkung erneuert; Grundrisse im Zuge des Wiederaufbaus teilweise verändert.
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Teutoburger Straße eine besondere Bedeutung zu, da sie die Verbindung zwischen dem Sternplatz am Römerpark, der als platzbildende Konzentration von Straßenzügen prägend für die Stübbensche Planung ist, und der Bonner Straße, die als eine der großen Radialen die neustädtische Bebauung in Sektoren gliedert, herstellt.
Ein weiteres Anliegen der neustädtischen Planung ist die Durchgrünung der neuen Stadtquartiere. Die als Allee angelegte Teutoburger Straße bildet dabei gemeinsam mit der Roland- und der Volksgartenstraße eine parallel zu den Ringen verlaufende Grünachse, die ein charakteristisches Merkmal der südlichen Neustadt ist.
Wie u.a. auch das "Gerichts-" und das "Belgische Viertel" gehören auch Teile der südlichen Neustadt zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden, die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind. Zu ihnen gehört auch die Teutoburger Straße, die von vier- bis fünfgeschossigen, reich ausgestatteten Mietshäusern gesäumt wird, die fast ausschließlich durch mehrgeschossige Mittelerker mit breiten, bzw. gekoppelten Fenstern das Straßenbild prägen. Die Erker betonen den Vermittlungsbereich der Hausfassaden als eine in den Luftraum der Straße vorgeschobene Nahtstelle des Innen und Außen einer Wohnung und gestalten so das Straßenraumprofil der Teutoburger Straße maßgeblich mit. Gliederungselemente, wie die aufgeputzte Quaderstruktur, die portalartige Rahmung des Eingangs und die aufwendigen Stukkaturen bestimmen den repräsentativen Charakter des Gebäudes.
Als integraler Bestandteil der im Bereich zwischen Alteburger Straße und dem Sternplatz am Römerpark noch weitgehend erhaltenen Erstbebauung, ist das o.g. Objekt als anschauliches Beispiel gründerzeitlicher Architektur- und Stadtbaugeschichte unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0