Wohnhaus

Volksgartenstraße 18 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7815
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Volksgartenstraße 18, 50677 Köln
Baujahrum 1906 bis 1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.03.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1906/07; Vorderhaus über längsrechteckigem Grundriß mit Seitenflügel (Innenhof) und Hinterhaus über quadratischem Grundriß.

Fassade: 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen (portalartig gerahmter Eingang links); Stuckfassade mit reichem Jugendstilornament; Betonung der rechten Gebäudeachse durch Standerker (mit Zierbalkonen) und geschweiftem Giebel; linke Achse mit Balkonen im 1./2.OG; Dachgaube in die Drempelzone integriert (gemeinsame Rahmung mit gekoppelten Fenstern im 3. OG); Eingang und Souterraintür/Fenster original.

Innenhof: 1 (Vorderhaus) : 5 (Seitenflügel) : 2 Achsen (Hinterhaus mit abgeschrägter Eckachse); verputzt; Fenster/Türen original; Balkonanlage Seitenflügel erneuert, Metallgeländer original.

Lichthof: 1 : 1 : 1 Achsen; verputzt; Fenster (z.T. mit Jugendstil-Bleiverglasung) und Hoftür original.

Rückfront: 4 Achsen; backsteinsichtig; Fenster original; Hinterhaus nach Kriegsschaden teilerneuert.

Innen original: Entree, Treppenhaus-EG und Treppe (bis 1.Podest) mit weißem Marmorbelag; Entree: aufwendige Wandverkleidung mit verschiedenfarbigem Marmor; Wandvorlagen; Gurtbögen mit ornamentierten Sockelflächen; Deckenstuck; rundbogiger, profilierter Durchgang zum Treppenhaus; Treppenhaus: Marmorwandverkleidung; hoher Antrittspfosten aus weißem Marmor; schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf; sämtliche Wohnungseingangs- und Kellertüren; Treppenbelag ab 1.Podest erneuert; Wohnungen: Grundrisse, Stukkaturen; Zimmertüren (z.T. mit Verglasung im Facettschliff; weitgehend mit Beschlägen).

Bestandteile des Denkmals sind auch die verputzte Innenhofmauer mit Aufmauerungen, die Trennungsmauer im Lichthof (verputzt), die Einfriedung (aufgemauerte Pfeiler und Metalleinfriedung mit Jugendstilornament) und der Vorgarten.

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der alleeartig ausgebauten Volksgartenstraße als parallel zum Ring verlaufenden Erschließungsachse eine besondere Bedeutung zu. Sie verbindet den für die Stübbensche Planung typischen sternförmig angelegten Eifelplatz mit der weitläufigen Grünanlage des Volksgartens und der verdichteten Bebauung am Martin-Luther-Platz. Dieser Teil der südlichen Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel"), die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind.

Das o.g. Objekt nimmt aufgrund seiner außerordentlich plastisch gestalteten Jugendstilfassade (mächtiger Standerker, Balkone mit reich gestalteten Brüstungen), der reichen Stuckgliederung und der portalartigen Fassung des Eingangs eine straßenbildprägende Stellung im Verlauf der Volksgartenstraße zwischen Vorgebirgssraße und dem Martin-LutherStraße ein. Die aufwendig gestaltete Fassade, das luxuriöse Entree und die großzügige Grundrißdisposition belegen auf eindrucksvolle Weise die hohen Ansprüche an das Repräsentationsbedürfnis und den erwarteten Wohnkomfort der Erstbewohnerschaft. Ablesbar geblieben ist auch die damals in herrschaftlichen Bauten übliche Baustruktur mit einer deutlichen räumlichen Trennung von Bewohnerschaft und Dienstboten, bzw. Anlieferern (im Innenhof ist noch der ehemalige Lastenaufzugsschacht ablesbar). Als integraler Bestandteil der Kölner Neustadtbebauung ist das o.g. Objekt daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0