Wohnhaus

Volksgartenstraße 16 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7833
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Volksgartenstraße 16, 50677 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.03.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1906 (Inschrift erneuert); schmaler Bau mit Seitenflügel und Hinterhaus.

Fassade: 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß ; 2 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (Fensterrahmungen und -brüstungen); Betonung linke Gebäudeachse durch risalitartigen Standerker mit Balkon, Dachzone mit Zwerchhaus (hoher Giebel); Obergeschosse rechte Achse mit Balkonen (2./3. OG auf Konsolen); Dacherker mit Segmentgiebel; Souterrain/EG mit aufgeputzter Quaderstruktur/Rustzierung; Fenster/Eingangstür/Souterraintür original.

Innenhof: 1 (Vorderhaus) : 4 (Seitenflügel) : 2 Achsen (Hinterhaus); verputzt; Balkonanlage Seitenflügel entfernt (baufällig); vereinzelt originale Fenster (schlechter Erhaltungszustand).

Rückfront: 4 Achsen; verputzt (Verputz erneuert); neuer Dachausbau; Originalfenster 3.OG Mitte rechts; Balkonanlage entfernt (baufällig).

Innen original: Entree: gewölbte Decke mit profilierten Gurtbögen; obere Wandzone mit ornamental gerahmten Wandfeldern; rundbogiger Unterzug Entree/Treppenhaus (geometrisch ornamentiert); weiße Marmorstufen (Entree bis 1.OG); weißer Marmor-Wandbelag mit schwarzer Marmorabschluß- und Fußleiste (EG - 1. OG); ab 1.OG Terrazzotreppe (Podeste bis 3. OG mit Bordüre); Antrittspfosten aus schwarzem Marmor, Metallgeländer und Holzhandlauf; hölzerne Wandleiste (ab 1. OG); Treppenhausdecken mit profilierter Stuckleiste/ Mittelrosette; Treppenunterseiten profiliert gerahmt; Wohnungseingangstüren 2. OG (mit Bleiverglasung)/ 3. OG; 2 Dachgeschoß- und Speichertür; ehemaliger Lichtschacht durch Treppenhauserweiterung (Neu-Erschließung der Hinterhauswohnungen wegen Aufteilung der Geschoßfläche in zwei Wohneinheiten) umgenutzt; 1 originales Fenster pro Geschoß zum ehemaligen Lichtschacht; Zimmertüren mit Laibungen und Rahmen, Stuckdecken (flaches Relief), Fußleisten u.a. im EG; Grundrisse durch Aufteilung in zwei Wohneinheiten geringfügig verändert.

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (gemauerter Sockel mit Metallgeländer und) die Innenhofmauer mit aufgemauerten Aufsätzen.

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der alleeartig ausgebauten Volksgartenstraße als parallel zum Ring verlaufender Erschließungsachse eine besondere Bedeutung zu. Sie verbindet den für die stübbensche Planung typischen sternförmig angelegten Eifelplatz mit der weitläufigen Grünanlage des Volksgartens und der verdichteten Bebauungszone am Matin-Luther-Platz herstellt.

Die südliche Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel"), die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind.

Das o.g. Objekt nimmt aufgrund seiner markanten Jugendstilfassade mit dem mächtigen Standerker und hochaufragenden Giebelfeld eine straßenbildprägende Stellung im Verauf der Volksgartenstraße zwischen Vorgebirgsstraße und Martin-Luther-Platz ein. Als wichtiger integraler Bestandteil eines noch weitgehend unverändert erhaltenen, abwechslungsreich gestalteten Ensembles (Nr. 12 - 22) stellt das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der Kölner Neustadtbebauung dar, dessen auffällige Gestaltung die hohen Ansprüche an das Repräsentationsbedürfnis und den erwarteten Wohnkomfort der Erstbewohnerschaft belegen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0