Wohnhaus
Volksgartenstraße 12 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6108 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Volksgartenstraße 12, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.06.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Um 1909 erbaut. 4 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit breitem mittigen Giebelhaus und seitlich davon je einem Austritt mit Balkon (orig. Balustrade); in der Mittelachse fassadenhoher Standerker mit aufgesetztem Balkon (orig. schmiedeeisernes Gitter) und Balkonen im 1.-3. OG (orig. schmiedeeiserne Gitter), außerdem im Hochparterre den Erker flankierende Balkone (auf Stützen; Balustraden mit neueren Verkleidungen). Aufwendige Stuckfassade im geometrischen Jugendstil und Neoklassizismus. Fenster teilweise original, Haustür und Tür zum Souterrain verändert. Rückseite des Vorderhauses und Hinterhaus verputzt, Wintergärten am Vorderhaus, Balkone am Ansatz zum Hinterhaus sowie an dessen Rückseite; Fenster zum großen Teil verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmortreppe mit beidseitigem Messinghandlauf an der Wand; am Treppenabsatz Marmorboden, dort auch Oberlicht mit Stuckrahmung (Profile) sowie Reste der Marmorwandverkleidung (bis zum Haupttreppenhaus) in die Wandverkleidung integrierter Ofen im Eckbereich des Treppenabsatzes; Marmortreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf, Antrittspfosten schmiedeeisern; einige Wohnungseingangstüren; zweites Treppenhaus (ehemals Personaltreppenhaus) mit Steinstufen und Eisengeländer. Vorgarten.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Ab 1888 entwickelte sich zwischen Sachsenring, Vorgebirgstraße, Eifelstraße und Volksgartenstraße ein Villenviertel. Die alleeartig ausgebaute Volksgartenstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, erstreckt sich vom Martin-Luther-Platz bis zur Eifelstraße und wurde um 1892-97 und vor allem um 1905-09 bebaut. In dem beidseitig bebauten Straßenbereich zwischen Martin-Luther-Platz und Vorgebirgstraße bildet das Gebäude den Endpunkt eines noch weitgehend unverändert erhaltenen, abwechslungsreich gestalteten Ensembles (Nr. 12 bis Nr. 22). Mit seiner markanten Stuckfassade, in der der Wandel vom Jugendstil zum nachfolgenden Neoklassizismus bereits beinahe vollzogen ist, vertritt es die Endphase der Neustadterschließung. Es trägt somit zum Verständnis der städtebaulichen und architektonischen Entwicklung in der Kölner Neustadt bei. Auch in dieser Hinsicht wird es daher zu einem unverzichtbaren Dokument der gehobenen Kölner Innenstadtarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0