Wohnhaus
Wichterichstraße 20 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7850 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wichterichstraße 20, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.04.1996 |
| Stadtteil | Sülz |
Erbaut um 1914; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit hohem Giebelaufsatz; 3 Achsen; Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung (Putz erneuert) des späten Jugendstil (unterschiedliche Fensterformen; asymmetrischer Fassadenaufbau mit Mittelerker); Fenster (Kunststoff)/Eingangstür erneuert.
Rückfront: 5 Achsen (mittiger Zugang/Treppenhaus); erneuerter Putz; links Giebelaufsatz mit Drillingsfenster, rechts breitgelagerte Gaube mit 3 Fenstern und Fachwerkapplikationen); Treppenhausfenster (fabrikfensterartig mit Metallrahmen) original; sonstige Fenster (Kunststoff)/Hoftür erneuert.
Innen original: Vorflur: kanellierte Vertikalgliederung; floral ornamentierter Wandfries; Gurtbögen; Treppenhaus: weiß-blaue Wandfliesen (teilweise gemustert); Holzbriefkästen; Kellertür; Terrazzotreppe mit Holzgeländer und -handlauf; Speichertür und -treppe; Wohnungen: Grundrisse weitgehend original (Badezimmereinbauten/EG rechts z.T. verändert); z.T. Zimmertüren, u.a. EG links, 2.OG.
Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofeinfriedung (verputzter Sockel mit Metallgeländer).
Während es bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Sülz eher ländlich geprägte Siedlungsansätze gab, fällt die Entstehungszeit des o.g. Objektes in eine zweite, städtebaulich bedeutende Entwicklungsphase des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Sülz. Hierbei orientierte sich die stadtplanerische Gestaltung einerseits und die architektonische Ausformung der neuerrichteten Bauten andererseits deutlich an der Entwicklung der Kölner Neustadt, werten diese jedoch im Sinne neuer Architekturströmungen um und setzen so die epochale Neustadtplanung in den Außenbezirken in der Nähe des Gürtels, vor allem in den Stadtteilen Sülz und Klettenberg, mit zeitgemäßen Mitteln fort.
Das o.g. Objekt ist als bauliche Einheit mit dem Nachbarhaus Nr. 20 errichtet worden und bildet mit diesem eine straßenbildprägende Großform und dokumentiert so, mit einer ganzen Reihe weiterer Bauten entlang der Wichterichstraße, eine vom Jugendstil und Neoklassizismus geprägte Bauauffasssung. Wesentliche Gestaltungselemente sind die Betonung der Kubatur, die Rhythmisierung der Fassade und ein reduzierter Schmukkaufwand, die als eine bei den Bauherren in der Zeit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen zu verstehen ist, als eine Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden.
Bei dem o.g. Gebäude sind die Fensterachsen über 3 Geschosse breitflächig angelegt, wobei die unterschiedlichen Fensterformen, der flache Mittelerker, das hoch aufragende Giebelfeld und die zurückgesetzte rechte Fensterachse die Fassade spannungsreich gliedern.
Als integraler Bestandteil des durch derart gestaltete Bauten geprägten Stadtteils Sülz ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument, das trotz einiger relativ geringfügiger Veränderungen unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0