Wohnhaus
Wittgensteinstraße 18 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4026 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wittgensteinstraße 18, 50931 Köln |
| Baujahr | 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.01.1987 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Das Wohnhaus wurde 1908 erbaut. Es handelt sich um ein Mietwohnhaus mit reicher Stuckfassade, vier Achsen, drei Geschossen und Giebelgeschoß, flachem Erker mit zwei Balkons, Mansarddach, Ladeneinbau.
Von baukünstlerischer Bedeutung ist die Fassade des Hauses, die als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportionen, Geschoßgliederung, Höhe und Dachaufbau vorstellt. Ihre Gliederung orientiert sich an barocken Ordnungsprinzipien in Verbindung mit Schmuckelementen sowohl des Barock als auch des Jugendstils.
Kellergeschoß aus Natursteinquadern und in Rustikaimitation stuckiertes Erdgeschoß mit zwei Flachbogenfenstern, Hauseingang und Ladeneinbau ebenfalls mit Flachbogenabschlüssen sind von der Belétage durch ein Gesims auf Kragsteinen getrennt. Die vier symmetrisch angeordneten Achsen der beiden Obergeschosse sind jeweils durch eine große Pilasterordnung zusammengefaßt, wobei die beiden Mittelachsen durch einen flachen Erker vorgezogen und akzentuiert sind, bekrönt durch das Giebelgeschoß mit vorgelegten Balkons. Die vergitterten Balkons haben gemauerte Pfosten in Verlängerung der Erkerpilaster. Der Schweifgiebel trägt eine baroke Kartusche mit dem Erbauungsdatum A. D. 1908. Die Pilasterkonsolen (am Erker) und -kapitelle, Fensterbrüstungen und -verdachungen zieren barocke zum Teil figürliche Ornamentformen, denen mit Jugendstilornamentik behandelte Flächen gegenüberstehen. Die verputzte Rückfassade in Breite der zwei Mittelachsen ist von zwei 2:3-achsigen Seitenhäusern eingefaßt, die einen Hof umschließen, der sich jenseits der Hausgrenze in einen ummauerten Garten fortsetzt. (Moderner Balkonanbau an der Gartenseite des linken Seitenhauses, moderne Haus- und Hoftür, sowie erneuerter Ladeneinbau.)
Zur sehr gut erhaltenen Innenausstattung des Hauses gehören: Hausflur mit inkrustiertem Terrazzoboden, dreifarbiger Marmorwandsockel, stuckierte Wände und Ecke mit geometrischer Jugendstildekoration. Treppenhaus mit originaler Zugangstür, Terrazzotreppe, gedrechselte Geländer, Antrittspfosten, originale Fenster und Wohnungstüren.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das stattliche Mietwohnhaus als Zeugnis der planmäßigen Bebauung des Kölner Vorortes Lindenthal. Schon vor der Eingemeindung Lindenthals nach Köln begann dort seit 1846 eine Wohnbebauung in seinem Areal an der Dürener Straße als neues Siedlungsgebiet außerhalb der Stadtgrenze, das wegen seines industriearmen, durchgrünten Charakters sich besonders für anspruchsvolles Bauen wohlhabender Kölner Bürger eignete. Diese Bautätigkeit fand nach der Jahrhundertwende ihren Höhepunkt.
Städtbaulich hervorzuheben ist das Gebäude als besonders stattliches und großdimensioniertes Etagenwohnhaus mit Ladengeschäft, das in der Reihe weiterer, gut erhaltener Wohnhäuser in der Wittgensteinstraße herausragt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0