Wohnhaus

Klosterstraße 69 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7870
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Klosterstraße 69, 50931 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.05.1996
Stadtteil Lindenthal

Erbaut um 1905; Bauherr: Hermann Zabel (Stukkateurmeister & Architekt); nahezu quadratischer Grundriß mit Mittelrisalit; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil (ornamentierte Fensterbrüstungen; profilierte Fensterrahmungen; stilisierte Kolossalordnung u.a. mit Frauenköpfen); Mittenbetonung durch kräftig akzentuierten Risalit mit Balkon und Zwerchhaus mit ornamentiertem Giebel; Horizontalgliederung durch aufgeputzte Lagerfugen, Geschoß- (EG) und Traufgesims (mit stilisierter Arkatur auf Konsolen); Fenster (Holz) u. Eingangstür erneuert.

Rückfront: 3 Achsen (linker Hand in den 30er Jahren Anbau von Badezimmern); verputzt; Balkonanlage und Fenster (außer Treppenhausfenster mit Beschlägen und Vergitterungen innen) und Tür erneuert.

Innen original: Vorflur: ornamentierte Bodenfliesen; fein reliefierte Wabdfliesen mit profilierter Abschlußleiste; Stuckdeckenleiste; Durchgang zum Treppenhaus mit 2 Konsolköpfen und seitlichen Voluten; Treppenhaus: ornamentierte Bodenfliesen im EG und auf den Podesten (außer DG); Terrazzotreppe; schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; Wohnungen: Grundrisse weitgehend original.

Veränderungen: sämtliche Decken abgehängt (kein Stuck mehr vorhanden); Wohnungseingangs- und Zimmertüren erneuert.

Bestandteile des Denkmals sind auch der straßenseitig noch erhaltene Sockel der Einfriedung und der rückwärtige Garten.

Der schon 1888 eingemeindete Kölner Stadtteil Lindenthal hat seine Entwicklung zu einem geschlossenen Vorort ähnlich wie z.B. Sülz oder Ehrenfeld zwar dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu verdanken, geht in seinem dörflichen Ursprung jedoch bis an die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert zurück.

Die eigentliche, neuzeitliche Entwicklung des Gebietes, das heute Lindenthal heißt (das einstige Dorf Lind lag zwischen dem Stadtwald und dem heutigen Krankenhaus Hohenlind) zu einem Kölner Vorort ist den Kölner Bürgern Fühling und Thelen zu verdanken, die in den 1840er Jahren an der Dürener Straße ein etwa 40 Morgen umfassendes Areal erwarben und durch Wege und Straßen zuerst für Schrebergärten und ab 1846 dann für Wohnhäuser - das erste Haus wurde in der Falkenburgstraße gebaut - erschlossen. Dank der günstigen Bodenpreise war schon von Anfang an eine starke Durchgrünung bestimmend, die zusammen mit der Tatsache, daß es hier kaum Industriebetriebe und Ziegeleien gab, dazu führte, daß sich in Lindenthal auch wohlhabende Kölner Bürger niederließen.

Ausgehend von dem bereits vorhandenen Park der Kitschburg an der Dürener Straße plante Gartenbaudirektor Adolf Kowallek 1895-98 den Stadtwald als ersten Kölner Großpark, der bis 1910 sukzessive erweitert und umgestaltet wurde. Durch diese großräumliche Grünplanung wurde eine ausgesprochen attraktive Wohngegend geschaffen, zu der auch die Klosterstraße - benannt nach dem Kloster "Zum Guten Hirten" - mit aufwendig gestalteten Bauten gehört.

Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil der Bebauung der Klosterstraße, die den Friedhof Melaten als Verlängerung der Oskar-Jäger-Straße mit der Dürener Starße verbindet. Da der Vorort aufgrund seiner Lage im 2.Weltkrieg in der Einflugschneise der Bomber lag, kam es hier zu erheblich Zerstörungen. Das o.g. Objekt gehört zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den Charakter der historischen Wohnstraße bis heute dokumentieren und ist daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0