Wohn- u. Geschäftshaus
Dürener Straße 169 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1931 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Dürener Straße 169, 50931 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.12.1983 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren, preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet, vorwiegend für Kölner Bürger, von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (katholische Kirche St. Stephan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteils geschaffen (nach der Eingemeindung in die Stadt). Das Haus Dürener Straße 169 ist ein Restbestand dieser Erstbebauung und ist insbesondere von der Fassade her ein hervorragendes Dokument seiner Zeit.
Das um 1890 erbaute, dreiachsige und viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus besitzt - auch nach dem etwa 1983 erfolgten Umbau - eine außerordentlich bemerkenswerte Fassade, die von der Originalität und Qualität her erhaltenswert ist. Die historisierende, sich an niederländischen und englischen Vorbildern orientierende, hohe und schlanke Fassadenwand ist je Geschoß durch drei hohe Rechteckfenster bis auf vier schmale Pfeiler reduziert. In der Mittelachse kragen in den drei Obergeschossen leichte Balkone mit gußeisernem, klassizistischen Gitterwerk aus. Die beiden unteren sitzen auf kräftigen Konsolen. Der obere ist in der Mitte eines gesprengten Giebels angeordnet, der als Brüstung des obersten Geschosses einen überraschenden Scheinabschluß darstellt. Das darüber sich in der gleichen Ebene fortsetzende dritte Obergeschoß läßt seine Fensterpfeiler durch das Kranzgesims bis in das Dachgeschoß durchlaufen. Hier ist es kniestockartig Basis des (modernen) Dachausbaus. Die Balustrade der Brüstung des ersten Obergeschosses stellt eine feinteilige Auflösung des horizontalen Mauerwerks dar und bestätigt den Esprit des gesprengten Giebels über dem zweiten Obergeschoß.
Im Inneren ist die Holztreppe mit Holzgeländer erhalten geblieben, die Fenster wurden stilistisch ähnlich erneuert.
Städtebaulich ist das Gebäude ein eindrucksvoller Akzent in der überwiegend erneuerten Nachkriegsbebauung. Es ist als Dokument geistvoller, historischer und moderner Architektur unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0