Wohnhaus

Klosterstraße 76 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2646
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Klosterstraße 76, 50931 Köln
Baujahr1894
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (oder Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil nach der Eingemeindung Lindenthals geschaffen. Die Klosterstraße ist eine ältere, am Kloster Zum Guten Hirten Richtung Friedhof Melaten vorbeilaufende Straße im nördlichen Lindenthal.

Das laut inschriftlicher Datierung 1894 erbaute Wohnhaus besitzt eine Stuckfassade mit vier Achsen. Die Fassade durchbricht in ihrer Ausformung das übliche Grundschema des historisierenden Wohnhauses. Ein hoher Giebel über die gesamte Breite der Fassade läßt das Gebäude giebelständig erscheinen, verbirgt aber ein an die Nachbarbebauung anschließendes Satteldach. Auch die Loggia vor dem EG mit Balkon im 1. OG auf drei Pfeilern ist für das Kölner Wohnhaus ungewöhnlich. Die Stuckatur scheint auf osteuropäische Stileinflüsse hinzudeuten, jedenfalls wurde eine architektonische Strukturierung der Ansicht durch das Versetzen der drei Fenster im DG jeweils zwischen den Achsen aufgegeben. Dadurch erhält die Fassade eine frappierende Flächigkeit, die überdies noch durch dekorativ aufgesetzte Stuckaturen betont wird. Originale Fenster und die originale Haustür vervollständigen diese, in ihrer Art in Köln wohl einmalige Fassade. Das Gebäude ist durch einen kleinen Vorgarten von der Straße getrennt. Im Innern befinden sich die originale Holztreppe mit Holzgeländer sowie überwiegend die historischen Rahmentüren. Reste der Stuckierung im Eingang. Dieses innerhalb der näheren Umgebung wohl älteste Haus ist ein städtebaulicher Akzent, der sich deutlich von der umgebenden Nachkriegsbebauung absetzt. Es ist ein besonders schönes Dokument der im Krieg weitgehend zerstörten Erstbebauung und daher für Köln unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0