Wohn- u. Geschäftshaus
Mauenheimer Straße 32 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7925 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Mauenheimer Straße 32, 50733 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.08.1996 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet 1905 als Eckhaus zur Schillstraße auf polygonalem Grundriß mit abgeschrägter Ecke.
3 Geschosse, 1 - 2 Dachgeschosse; 4:1:4 Achsen; Putz- und Stuckfassaden, architektonisch gestaltet und zurückhaltend dekoriert in Anlehnung an Schmuckformen der Renaissance und des Barock, die modifiziert sind durch Einflüsse des Jugendstils.
Charakteristisch für die Gesamterscheinung des Hauses sind die drei durch ein kräftig profiliertes Gesimsband abgehobenen Schweifgiebel, die die Ecklage des Gebäudes mit der Dreiheit seiner Fassaden markieren. Betonung der Fassaden in der Flucht des kleinen Platzes an der Mauenheimer Straße und der abgeschrägten Ecke: Zur Mauenheimer Straße hin über dem Hauseingang ein auf kräftigen, gerundet abgetreppten Konsolen ruhender zweigeschossiger Erker von quadratischem Grundriß mit abschließendem Balkon, an der einachsigen Eckfassade im 1. und 2. Obergeschoß Austritte mit schmiedeeisernem Brüstungsgitter.
Rückseiten backsteinsichtig: rot mit Gliederungen in Gelb.
Im Inneren original erhalten: Mehrfarbig gemusterter Fliesenboden im Vestibül/Hausflur, auf den Stockwerkpodesten der Obergeschosse und dem Zwischenpodest zum 1. Obergeschoß. In dem mit profiliertem Stützbogen abschließenden Vestibül schlichter Wand- und Deckenstuck sowie eine bemerkenswerte Dekoration des unteren Wandbereiches in glasierten Fliesen: crèmefarben, reliefiert mit geometrischem Motiv, unterer Abschluß olivgrün, oberer Abschluß (teilweise zerstört) durch Schmuckfliesen mit Jugendstil-Blumenmotiv in Olivgrün, Blau und Gelb sowie ein gerundetes Profil. - Terrazzotreppe mit Geländer und Antrittspfosten in Holz. - Einige Wohnungseingangstüren, in der zur Mauenheimer Straße hin ausgerichteten Wohnung des 1. Obergeschosses schlichter Deckenstuck (Mittelornament und Randprofilierungen - teilweise unvollständig) in fast allen Zimmern.
Die Mauenheimer Straße ist wie ihre östliche Verlängerung, die Florastraße, aus einem alten Weg hervorgegangen, der die Mauenheimer Höfe - als einziger (teilweise) erhalten geblieben der Altenberger Hof - mit Neusser und Niehler Straße sowie mit Riehl und dem zur Mülheimer Rheinfähre führenden Weg, der späteren Riehler Straße, verband.
Ursprünglich gleichsam ein Anhängsel der Mauenheimer Höfe, hatte das dörfliche Nippes seinen Siedlungsschwerpunkt im Kreuzungsbereich von Neusser und Mauenheimer-/Florastraße.
An der Mauenheimer Straße entstand denn auch 1850 - 52 die erste Nippeser Kirche (heute St. Heinrich und Kunigund).
Mit seiner in den 1860er Jahren einsetzenden industriellen Entwicklung dehnte sich der Ort zunächst vor allem nach Süden hin aus. Mitbedingt durch ihre Lage am westlichen Uferrand eines vorgeschichtlichen Rheinarmes, an den noch in den frühen 1890er Jahren die Teiche des "Nippeser Tälchens" erinnerten, war die Mauenheimer Straße um 1888, als mit der Bürgermeisterei Longerich auch Nippes nach Köln eingemeindet wurde, noch durch eine nur lockere Bebauung überwiegend ländlichen Charakters geprägt. Eine kontinuierliche Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser - dringende Notwendigkeit angesichts der durch rapides Bevölkerungswachstum entstandenen Wohnungsnot - erfolgte erstmals in den Jahren 1897 - 1900. In dieser ersten großstädtisch bestimmten Bebauungsphase der Mauenheimer Straße blieb de Bereich ihrer heutigen platzförmigen Erweiterung nördlich der alten Kirche (1852) zunächst noch ausgespart. Der kleine Platz mit der Häusergruppe Nr. 28 - 32 entstand erst 1904/1905 im Zuge der Anlage des Königin-Luisen-(später Erzberger-)Platzes und der Schillstraße, durch die das seit 1900 geschaffene Straßennetz des neuen Wohnviertels um den Leipziger Platz an die Mauenheimer Straße angebunden wurde. Das Eckhaus Nr. 32 war und ist mit seinen glücklicherweise erhalten gebliebenen drei Giebeln der dominierende Bau an dem neuerdings populär sogenannten Schillplatz, der an der alten Straße das durch die Kirche von 1852 gebildete Ortszentrum mit dem durch den Erzbergerplatz um 1905 neu geschaffenen Wohnzentrum vermittelt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0