Wohn- u. Geschäftshaus
Mauenheimer Straße 28 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8348 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Mauenheimer Straße 28, 50733 Köln |
| Baujahr | 1904 bis 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.08.1998 |
| Stadtteil | Nippes |
1904/1905; Viergeschossiges Eckhaus mit neobarocker Stuckfassade, traufständig, Mansarddach. Eingeschossiges Hinterhaus (ehem. Lager).
Fassade: Je Straßenseite 3 Achsen, 1 - 3 Obergeschoß: horizontaler Fugenschnitt, Kollossalordnung mit flacher Pilastergliederung, Erdgeschoß (z. T. verändert) als Sockelgeschoß; Südwestseite mit Erker (Schweifgiebel), Westseite mit seitlicher, risalitartiger Betonung, Fenster (erneuert; Wechsel je Geschoß: Korbbogen, gerader Sturz und Segmentbogen) mit reicher dekorierten Brüstungsfeldern und Verdachungen, Ornamente in Anlehnung an französisch klassizistisch-barocke Mischformen (florale Gehänge, Bandel- und Rollwerk, Drapagen und Posamentierarbeiten); Dachgeschoß ausgebaut, turmartige Betonung über dem Erker (Dachhelm nicht mehr vorhanden).
Rückseite: backsteinsichtig, gelbe Zierklinkerlagen.
Inneres: durchgehend unterkellert (inkl. Hof und rückwärtigem Lagerhaus); Erdgeschoß ursprünglich "Kaufhaus für Lebensmittel" (verändert), rückwärtiges Treppenhaus mit ursprünglicher Fensterausstattung, Steintreppe; Luftschacht (z. T. heute Bäder), beidseitig je 2 Wohnungen (2 Wohnräume, Küche, kl. Flur, Aborte); Baufeste Ausstattung z. T. erhalten (Türen, Fliesen, Stuck - Karniesgesims, kl. Mittelrosetten).
Das o. g. Objekt - hier einschließlich des kl. rückwärtigen Lagergebäudes - ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Als insgesamt gut überliefertes Beispiel eines Wohn- und Geschäftsgebäudes in Köln-Nippes zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Haus Mauenheimer Str. 28 bedeutend für den Stadtteil Nippes der Stadt Köln. Das Haus Mauenheimer Str. 28 wurde zusammen mit dem Nachbarhaus Mauenheimer Str. 30 1904/05 für den Maurermeister Peter Engels - und wohl durch ihn selbst - errichtet. Trotz seiner Ecklage begriff der Entwerfer die Gestaltung der beiden Fassaden hier lediglich als eine Abwicklung von Schaufronten, die aus Elementen einer klassischen, fünfteiligen Palastfassade zu einem asymmetrischen Ganzen zusammengefügt wurden - eine besondere Betonung der Ecke unterblieb. Entsprechend dem - bis auf den Erker der Südwestfront - flachen Fassadenrelief wurde das Baudekor gewählt: leichtere, zurückhaltendere, neobarock-klassizistische Formen, die deutlich einem Kanon in der Art des Louis XVI entlehnt sind.
1910 veräußerte Engels das Gebäude an den Kolonialwarenhändler Martin Linnarzt, der im Ladenlokal ein "Kaufhaus für Lebensmittel" einrichtete. Die Wohnungen waren an 8 Mietparteien vergeben. Durch die Raumanordnung und die erhaltenen Teile der baufesten Ausstattung sind zeitgenössische Wohnvorstellungen dokumentiert: sie lassen das Wohn- und Geschäftshaus Mauenheimer Str. 28 zu einem besonderen wissenschaftlichen Dokument der Sozialgeschichte, aber auch der Volkskunde - hier der Hauskunde - werden.
Als Bestandteil eines noch weitgehend intakt erhalten gebliebenen Ensembles denkmalwerter Gebäude im Bereich Mauenheimer Straße/Schillstraße besitzt das Wohn- und Geschäftshaus Mauenheimer Str. 28 zudem einen hohen städtebaulichen und stadtbaugeschichtlichen Wert: Zusammen mit den Häusern Mauenheimer Str. 30 und 32 bzw. Schillstr. 3 - 11 zeugt es von der nach 1895 begonnen und um 1906/07 weitgehend abgeschlossenen Neu- und Umgestaltungsmaßnahmen im Bereich des sog. "Schillplatzes", zusammen mit der übrigen historischen Bebauung verdeutlicht es städtebauliche und stadtplanerische Grundzüge des Wohnhausbaus in Nippes vor dem ersten Weltkrieg.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0