Wohnhaus
Wißmannstraße 45 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7940 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wißmannstraße 45, 50823 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1996 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1903; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (neue breitgelagerte Gaube); 2 Achsen (Eingang links); Backsteinfassade mit schlichter Stuckgliederung (profilierte Tür- und Fensterrahmungen, im 1.OG mit horizontaler Verdachung); verputzter Kellersockel; Fenster erneuert (Kunsstoff); Eingangstür erneuert.
Rückfront: 2 Achsen (links vorgestuft; Hoftür rechts); neu verputzt; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Treppenhausfenster mit schräg verlaufender Sohlbank original (Fensterflügel evt. nach dem Krieg erneuert, Rahmen mit Profilierungen original); Fenster der linken Achse erneuert (großflächige, einteilige Kunststoffenster); Fensteröffnungen verkleinert (abgehängte Decken im 1./2.OG; im EG begradigter Sturz); Hoftür erneuert; DG ausgebaut (erneuerte, breitgelagerte Gaube links).
Innen original: Treppenhaus: Terrazzobelag im Eingangsflur und Treppenhaus EG; Betontreppe mit Zwischenpodesten (bis ins 1.OG mit Terrazzobelag) mit Metallgeländer, Zwischenpfosten im 1./2.OG (mit Holzknauf) und Holzhandlauf; Wohnungen: weitgehend Grundrisse.
Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige dreiseitige Hofmauer (verputzt).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung.
Die Erstbebauung der südlichen Freiflächen entlang der Bahntrasse begann um 1900 an der 1875 angelegten Glasstraße. Ernst Leybold, der später als Makler im Villenvorort Marienburg tätig wurde, erkannte den Vorteil der Eisenbahnstation (an der Einmündung der Stamm- und Hansemannstraße in die Glasstraße) die hier 1865 eröffnet wurde und erwarb bereits zwei Jahre später das sich anschließende Gelände von Johann Wahlen. Nach durchgeführter Parzellierung wurden die Baugrundstücke zu wesentlich höheren Preisen wieder veräußert. Dieser Preisanstieg bedingte, daß die Mietshäuser, die seit 1900 hier errichtet wurden, drei- bis viergeschossig waren, um eine entsprechende Rendite zu erbringen.
Am Ausbau der Wißmann- und Grimmstraße beteiligten sich überwiegend kleinere Spekulanten. Die Tatsache, daß in der Glasstraße vorwiegend Angehörige der sozialen Unterschicht wohnten, hatte auch Einfluß darauf, daß an der Wißmann- und der Grimmstraße Arbeiterwohnungen einfacher Art gebaut wurden. Entlang der Grimmstraße entstand sogar eine extrem enge Hofbebauung, die teilweise auch heute noch ablesbar ist.
Städtebaulich ist das Gebäude Wißmannstraße 45 Bestandteil eines historischen Häuserensembles (Nr. 37 - 45), welches das Straßenbild der oberen Wißmannstraße maßgeblich prägt. Innerhalb dieses Ensembles stellen die Bauten Wißmannstr. 41-45 wiederum eine eigene, durch eine einheitliche Gestaltung der backsteinsichtigen Fassaden charakterisierte Einheit dar, die nur in den Details der Stuckgliederung leicht voneinander abweichen.
Die sehr zurückhaltend gestalteten Bauten sind ein Beleg für die zur Erbauungszeit herrschenden sozialen Verhältnisse in diesem Teil Alt-Ehrenfelds, in dem hauptsächlich Arbeiter und Handwerker auf relativ kleinem Raum unter bescheidenen Verhältnissen lebten. Andererseits ist nicht zu verkennen, daß selbst diese schlichten Wohnbauten einer im Detail unterschiedlichen Gestaltung unterzogen werden.
Als integraler Bestandteil der Erstbebaung Ehrenfelds ist das o.g Objekt bauliches Dokument der historischen und sozialen Entwicklung Ehrenfelds, die anhand dieser Bauten erlebbar bleibt und zu einem unverzichtbaren Bestandteil unserer Lebenswelt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0