Wohnhaus

Salmstraße 76 · Poll

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7957
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Salmstraße 76, 51105 Köln
Baujahrum 1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.09.1996
Stadtteil Poll

Um 1909 erbaut, zweigeschossiges, traufständiges Gebäude auf etwa rechtwinkligem Grundriß, Stuckfassade, ausgebautes Mansardendach.

Straßenfassade: zwei breite Achsen, die linke mit großem geschweiftem Ziergiebel bekrönt. Stuckfassade mit rauhen und glatten Putzflächen sowie Dekorelementen des geometrischen Jugendstils. Eingang links, stuckierte Türrahmung mit rechteckigem Oberlicht (Tür erneuert, Holz). Originale Fenster mit halbrundem oder rechteckigem Oberlicht in unterschiedlich gestalteten Stuckrahmungen. Im Dach zweifenstrige Gaube.

Gartenseite: 3 Achsen und kleiner Toilettenanbau, Rauhputz, zwei Dachgauben. Fenster mit oberem, segmentbogigem Abschluß (zum Teil erneuert, Holz). (Neue Schlagläden, Aluminium, im EG.)

Innen original: Im Vestibül Bodenfliesen mit geometrischfloralen Motiven und Rahmung, Stucklisenen an Wänden und Decke, Holztreppe mit betontem Antrittspfosten und gedrechselten Stäben, Holzgeländer. Wohnungstüren erhalten, Zimmertüren größtenteils erhalten, Innenfensterläden im EG, Stukkrosette und Hohlkehle im EG und 1. OG, Dielenboden.

Zum Denkmal gehört auch der rückwärtige Nutzgarten (siehe Flurkarte).

Das 1003 erstmals genannte ehemalige Dorf Poll bestand bis zur Jahrhundertwende aus den kleinen Fachwerk- und Backsteinbauten der Fischer, Landarbeiter und Kleinbauern sowie aus einigen großen Hofgütern, von denen der Rolshover Hof der größte und wichtigste war. Der alte Dorfkern liegt etwas vom Rheinufer abgerückt an der Poller Hauptstraße. Mehrere Verbindungswege (Poller Kirchweg, Salmstraße und Auf dem Sandberg) führten von hier zu dem wichtigsten Fernverkehrsweg "Frankfurter Landstraße", der heutigen Siegburger Straße.

Die Eingemeindung in die Stadt Köln 1888 wirkte sich zunächst nicht so gravierend aus wie in den Nachbarorten Vingst und Kalk. Die städtischen Infrastrukturmaßnahmen beschränkten sich auf die Pflasterung und Beleuchtung der Hauptstraße 1889, die Einrichtung einer Omnibuslinie nach Deutz 1897 und den Anschluß an die städtische Wasserleitung 1904. Größere Veränderungen im Dorfkern verhinderte die im Eingemeindungsvertrag festgeschriebene Klausel, den ländlichen Charakter Polls noch 50 Jahre zu wahren. Am Dorfrand, v.a. an der Salmstraße, entstanden hingegen in den Jahren nach der Eingemeindung städtisch geprägte, bis zu dreigeschossige Wohn- und Geschäftsbauten.

Beide Seiten der Salmstraße im Bereich der Nr. 76 (die Nummern 74, 76, 78a, 73, 75, 77, 79) zeigen sehr gut die neu entstandene städtische Bebauung nach der Jahrhundertwende, das Haus Nr. 83 erinnert als 1884 enstandener Teil eines Kleingehöftes dagegen noch an die ursprüngliche dörfliche Bebauung. Das Objekt ist unverzichtbarer Bestandteil dieser, die historische Entwicklung von Poll darstellenden Bebauung. Das Haus Nr. 76 fällt darüberhinaus durch die für Poll aufwendigere Verwendung einer Mischung von neobarockem und geometrischem Jugendstil Stuckdekor, und die betonte Verwendung unterschiedlicher Fensterformen auf. Zusammen mit dem Giebel der benachbarten Hausnummer 74 setzt der geschwungende Ziergiebel einen wichtigen Akzent in der Häuserzeile und ist darüberhinaus Ausdruck des Selbstverständnisses seines Bauherrn, der so dem zweigeschossigen Bau den Anschein eines dreigeschossigen Baues verleiht, was im Vergleich mit den gegenüberliegenden giebellosen, zweigeschossigen Häusern sehr gut deutlich wird.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0