Wohnhaus

Salmstraße 73 · Poll

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8253
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Salmstraße 73, 51105 Köln
Baujahr1891
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1998
Stadtteil Poll

1891 erbaut; Fassadengestaltung um 1900.

Zweigeschossiger, traufständiger Putzbau, im Erdgeschoß mit aufgeputzter Quaderung, drei Achsen, mit Satteldach.

Straßenfassade: stichbogige Tür- und Fensteröffnungen (Tür und Fenster erneuert), ebenerdiger Eingang (durch Höherlegung der Straße) in der rechten Achse. Erdgeschoß: aufgeputzte Quaderung, über den Fenstern: Schlußsteine mit Frauenköpfen, über der Tür: Putzspiegel mit Festons. Obergeschoß: Fensteröffnungen mit aufgeputzten Rahmungen und Verdachungen.

Verputzte Rückfront, z. T. verbaut.

Innen original: Keller mit Backsteingewölbedecken, Estrichböden (ehemals Ziegelboden), Treppe massiv gemauert. Holztreppe mit Stabgeländer. Zimmertüren erneuert.

Rückwärtiger Anbau von 1979 und Garten sind nicht Teil des Denkmals.

Das 1003 erstmals genannte ehemalige Dorf Poll bestand bis zur Jahrhundertwende aus den kleinen Fachwerk- und Backsteinbauten von Fischern, Landarbeitern und Kleinbauern sowie aus einigen Hofgütern, von denen der Rolshover Hof der größte und wichtigste war. Der alte Dorfkern liegt etwas vom Rheinufer abgerückt an der Poller Hauptstraße. Mehrere Verbindungswege (Poller Kirchweg, Salmstraße und Auf dem Sandberg) führten von hier zu dem wichtigsten Fernverkehrsweg "Frankfurter Landstraße", der heutigen Siegburger Straße.

Die Eingemeindung in die Stadt Köln 1888 wirkte sich zunächst nicht so gravierend aus wie in den Nachbarorten Vingst und Kalk. Die städtischen Infrastrukturmaßnahmen beschränkten sich auf die Pflasterung und Beleuchtung der Hauptstraße (1889), die Einrichtung einer von Pferden gezogenen Omnibuslinie nach Deutz (1897) und den Anschluß an die städtische Wasserleitung (1904). Am Dorfrand, u.a. an der Salmstraße, entstanden in den Jahren nach der Eingemeindung städtisch geprägte, zwei bis dreigeschossige Wohn- und Geschäftsbauten.

Beide Seiten der Salmstraße im Bereich der Nr. 73 (die Nummern 74, 76, 78a, 73, 75, 77, 79) zeigen sehr gut die neu entstandene städtische Bebauung nach der Jahrhundertwende, nur das Haus Nr. 83 erinnert als 1884 enstandener Teil eines Kleingehöftes noch an die ursprüngliche dörfliche Bebauung. Das Gebäude Salmstraße 73 ist als ältestes Gebäude der Gebäudegruppe 73-79 ein unverzichtbarer Bestandteil dieser, die historische Entwicklung von Poll darstellenden Architektur. Das Gebäude fällt vorallem durch die aufwendige Putzfassade mit ihrem markanten Stuckverzierungen auf. Die Schmuckformen der Kopfkonsolen über den Fenstern und des von Festons gerahmten Putzspiegels über der Haustür lassen sich durch Stilvergleich auf den Anfang dieses Jahrhunderts datieren. Da auch das um 1900 an die Nr. 73 angebaute Nachbarhaus verputzt ist, läßt eine gleichzeitige Entstehung der Fassaden denkbar erscheinen. Zuvor stand das Gebäude einige Jahre backsteinsichtig mit den damals typischen Stichbogenfenstern da.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0