Wohnhaus

Salmstraße 74 · Poll

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8256
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Salmstraße 74, 51105 Köln
Baujahr1908 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.01.1998
Stadtteil Poll

Erbaut zwischen 1908-10 von den Kölner Architekten W. Kunz und Schwerger.

Dreiachsiger, zweigeschossiger, traufständiger Putzbau in verschiedenen Putzstrukturen, mit Zwerchhausgiebel und Mansarddach.

Straßenfassade: drei Achsen, Kastenerker mit eigener Verdachung im Obergeschoß, Zwerchhausgiebel. Im Erdgeschoß: aufgeputzte Quaderung, Eingang links, originale Holztür mit Oberlicht mit aufgeputzter Rahmung. Hochrechteckige und stichbogige Fensteröffnungen sowie ein Rundfenster - Fenster z. T. original erhalten - im Erdgeschoß mit Innenklappläden. Zwei Gauben seitlich des Giebels.

Gartenseite: dreiachsig, verputzt, (Fenster mit Klappläden z. T. in Holz erneuert). Zwei Gauben.

Innen original: Keller mit Betonkappendecke, Treppe massiv. Entrée: Terrazzostufen; Bodenfliesen mit geometrisch-floralen Motiven und Rahmung, weiße Wandfliesen mit grüner Abschlußfliese mit floralen Motiven. Holztreppe mit Stabgeländer. Der originale Grundriß ist weitgehend ablesbar. In Erd- und Obergeschoß Stuckrosetten und Hohlkehlen in den straßenwärts gelegenen Räumen. Z. T. Kassettentüren mit Laibungen. Dielenböden.

Der rückwärtige Garten ist Teil des Denkmals.

Das 1003 erstmals genannte ehemalige Dorf Poll bestand bis zur Jahrhundertwende aus kleinen Fachwerk- und Backsteinbauten von Fischern, Landarbeitern und Kleinbauern sowie aus einigen Hofgütern, von denen der Rolshover Hof der größte und wichtigste war. Der alte Dorfkern liegt etwas vom Rheinufer abgerückt an der Poller Hauptstraße. Mehrere Verbindungswege (Poller Kirchweg, Salmstraße und Auf dem Sandberg) führten von hier zu dem wichtigsten Fernverkehrsweg "Frankfurter Landstraße", der heutigen Siegburger Straße.

Die Eingemeindung in die Stadt Köln 1888 wirkte sich zunächst nicht so gravierend aus wie in den Nachbarorten Vingst und Kalk. Die städtischen Infrastrukturmaßnahmen beschränkten sich auf die Pflasterung und Beleuchtung der Hauptstraße (1889), die Einrichtung einer von Pferden gezogenen Omnibuslinie nach Deutz (1897) und den Anschluß an die städtische Wasserleitung (1904). Am Dorfrand, v.a. an der Salmstraße, entstanden in den Jahren nach der Eingemeindung städtisch geprägte, bis zu dreigeschossige Wohn- und Geschäftsbauten.

Beide Seiten der Salmstraße im Bereich der Nr. 74 (die Nummern 76, 78a, 73, 75, 77, 79) zeigen sehr gut die neu entstandene städtische Bebauung nach der Jahrhundertwende, wohingegen das Haus Nr. 83 als 1884 entstandener Teil eines Kleingehöftes noch an die ursprüngliche dörfliche Bebauung erinnert.

Das Gebäude Salmstraße 74 ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieser, die historische Entwicklung von Poll darstellenden Architektur. Nr. 74 fällt zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 76, mit dem es ungefähr gleichzeitig entstand, durch die aufwendige Putzfassade im schlichten geometrischen Jugendstil auf, während die etwas früher gebauten gegenüberliegenden Häuser schlichtere Fassaden zeigen. Auch die Nr. 78 - heute purifiziert gehörte ursprünglich dazu. Die drei Gebäude, die sich alle auf ungewöhnlich geschnittenen Grundstücken befinden, wurden von rechts nach links für drei Schwestern der alteingesessenen Poller Familie Hackenbroich erbaut. An der unverputzten Brandmauer des Gebäudes läßt sich noch die ursprüngliche Konzeption ablesen, die Salmstraße hier in Richtung Siegburger Straße durchzubauen, dies ist bis zum heutigen Tage nicht erfolgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0