Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 6 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7965
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 6, 51107 Köln
Baujahr1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.09.1996
Stadtteil Rath/Heumar

1925 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; zweigeschossige Doppelhaushälfte mit ausgebautem Dachgeschoß, Walmdach mit 1 straßenseitigen Gaube (Fensteröffnung vergrößert), Originalputz mit Stuckgliederungen (Einfassung der Haustür, umlaufendes profiliertes Sohlbank- und Kranzgesims), Kellerfenster original (alle übrigen erneuert), Schlagläden fehlen.

Straßenfassade: zweiachsig, mittige Haustür mit profilierter Stuckrahmung (Türblatt und Vordach neu), fünfstufige Außentreppe original; seitlich der Tür 3 kleine Rundbogen- und 1 großes Rechteckfenster, 2 rechteckige OG-Fenster, gestuftes Sohlbankgesims verkröpft über mittigem Fallrohr;

Seitenfassade: 3 kleine Rechteckfenster mit gemeinsamer Sohlbank im EG und ein weiteres unter der Traufe, gestuftes Gesims durchlaufend, gegengesetzte Gartenmauer und seitliche Garage von 1952;

Rückseite: zweiachsig, davor originale, aufgeständerte Terrasse mit Brüstungsmauer und Treppe (Überdachung neu), schmale Terrassentür mit scharriertem Steingewände, seitliches Fenster, kleine Öffnung zur Vorratskammer (zugesetzt), ehemaliges großes Fenster zu breiter Terrassentür umgebaut, Sohlbankgesims durchschnitten von Fallrohr, Dachgaubenband von 1956.

Im Inneren original erhalten: Innenwände (Toilettenwand im EG wiederhergestellt), Holztreppe und 2 Brettertüren im Keller; 5 EG-Türen mit Füllungen, die Windfangtür mit Sprossen und angeschliffenen Glasscheiben (in Küchentür nachträglich Glas statt Holzfüllung eingestzt), Buchenholztreppe mit hölzernem Geländer, Handlauf und Antrittspfosten; jeweils 4 Füllungstüren im Ober- und Dachgeschoß.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten und der rückwärtige Garten ausschließlich der nachträglichen Garagenbauten.

Das Haus Wodanstr. 6 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung ", das zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur toptgraphischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln.

Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Auch im oberen Straßenbereich ist ein zweigeschossiger Typ vertreten (Haus Nr. 1, 3, 2, 4, 6), zu dem auch das o. g. Objekt gehört, der jedoch im Detail etwas verspieltere runde und dreieckige Formen aufweist. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten, der ursprünglich der eigenen Zusatzversorgung der Hausbewohner diente. Das o. g. Objekt trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0