Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 4 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7970 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 4, 51107 Köln |
| Baujahr | 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1925 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; zweigeschossige Doppelhaushälfte mit ausgebautem Dachgeschoß, Walmdach , Originalputz mit Stuckgliederungen (Einfassung der Haustür, umlaufendes profiliertes Sohlbank- und Kranzgesims), Kellerfenster original (alle übrigen erneuert), Schlagläden straßenseitig erneuert.
Straßenfassade: zweiachsig, mittige Haustür mit profilierter Stuckrahmung (Türblatt neu), vierstufige Außentreppe original; seitlich der Tür 3 kleine Rundbogen- und 1 großes Rechteckfenster, 2 rechteckige OG-Fenster, gestuftes Sohlbankgesims verkröpft über mittigem Fallrohr, Dachgaube (Fenster erneuert);
Seitenfassade: gestuftes Gesims über EG (Lichtöffnung mit Glasbausteinen, Belüftungsöffnung und 2 Fenster 1972 eingebaut);
Rückseite: zweiachsig (EG-Anbau mit Dachterasse von 1986), gestuftes Sohlbankgesims (im Bereich der Dachterrasse entfernt);
Dach: 1 straßenseitige Gaube und alter Firstkamin (erneuerte Dachdeckung, neuer Kamin straßenseitig und zum Garten große Dachgaube von 1986).
Im Inneren original: hölzerne Kellertreppe (erneuerte Trittstufen) und 4 Brettertüren im Keller, 5 Türen im EG, 4 im OG und 2 im Dachgeschoß (alle Türen mit Füllungen (eine Ausnahme) , Windfangtür mit Sprossenfenster), Buchenholztreppe mit hölzernem Geländer und Handlauf (Antrittspfosten verändert), Steinholzboden in 2 OG-Räumen und im Flur des Obergeschosses (schlechter Zustand).
Die Trennwand zwischen den beiden gartenseitigen EG-Räumen und ihre Außenwand bei Errichtung des Anbaus entfernt.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten und der rückwärtige Garten ausschließlich des seitlichen car-ports.
Das Haus Wodanstr. 4 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung ", das zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur toptgraphischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln.
Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Auch im oberen Straßenbereich ist ein zweigeschossiger Typ vertreten (Haus Nr. 1, 3, 2, 4, 6), zu dem auch das o. g. Objekt gehört, der jedoch im Detail etwas verspieltere Formen aufweist (z. B. die rundbogigen Fenster neben der Haustür). Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten, der ursprünglich der eigenen Zusatzversorgung der Hausbewohner diente. Das o. g. Objekt trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0