Wohnhaus

Eulenbergstraße 42 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7975
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eulenbergstraße 42, 51065 Köln
Baujahr1958
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.09.1996
Stadtteil Mülheim

1958 erbaut, Architekt Eduard Peter; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (nachträglich, zur Vorder- und Rückseite), Satteldach, backsteinsichtiger Kamin, dreiachsige Putzfassade (grünlicher Rauhputz) mit farblich abgesetzten, schmalen Fensterrahmungen, Sockel mit Keramikklinkern (überwiegend schwarz, Klinker hochkant); Mittelachse durch Eingang und versetzt zu den Wohnungsfenstern angeordneten Treppenhausfenstern besonders betont: Eingang mit vorkragendem Flachdach und seitlich vorgeblendeter Rahmung (ockerfarbene Keramikklinker, hochkant), originale Haustür (Metall mit Glaseinsatz, Briefkästen rechts); Treppenhausfenster mit querrechteckigen Öffnungen in originaler, erkerartiger vorkragender Rahmung (Beton, weiß gestrichen), bunter, bleiverglaster Fensterverschluß original, oberstes Treppenhausfenster mit kleinerer Öffnung und Querbalken in der Mitte (Beton, weiß gestrichen). Quadratische Wohnungsfenster (erneuert).

Zweiachsige Rückseite glatt verputzt, rechte Achse zurückspringend, je Geschoß zwei Balkone mit originaler Balkonbrüstung (schlichtes Metallgeländer), Fenster erneuert, Hoftür (Holz mit Glaseinsatz) original, Außentreppe mit originalen Metallgeländer.

Im Inneren original: Terrazzoboden und -treppe, Treppengeländer aus kunstoffverkleideten Metallstäben mit hölzernem Handlauf und stilisiertem Antrittspfosten aus Holz, Stirnwand gegenüber dem EG-Wohnungseingang mit Mosaikverkleidung (türkis, hochrechteckiges Steinchenformat), Wohnungsabschlußtüren weitgehend original. Zum Denkmal gehört der Vorgarten mit überwiegend originaler Einfassung (gelbes Backsteinmäuerchen) und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasen).

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim entwickelte sich infolge des Zuzugs verschiedener Gewerbebetriebe im 18. und v. a. im 19. Jahrhundert zu einer Industriestadt, die 1914 nach Köln eingemeindet wurde. Der alte Stadtkern mit der Hauptstraße Mülheimer Freiheit wurde von verschiedenartigen gründer- und zwischenkriegszeitliche Vorstadtbereiche mit unterschiedlichen Bebauungsstrukturen umgeben. Die stadträumliche Ausweitung Mülheims auf den Bereich östlich des Clevischen und Bergischen Rings hatte seit Beginn unseres Jahrhunderts zur Verlagerung des Geschäftszentrums an den Wiener Platz und die Frankfurter Straße geführt. In diesem Bereich bedingten der Bau der Mülheimer Brücke und die erheblichen Zerstörungen des 2. Weltkrieges auch eine Neuordnung der Verkehrswege. Der ursprüngliche Anfang der Bergisch-Gladbacher Straße am Wiener Platz wurde nach Norden verlegt und das ehemalige Teilstück dieser Straße in die Eulenbergstraße umbenannt, an der eine für die Nachkriegszeit bezeichnende Neubebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern entstand.

In einer für die Architektur der Wiederaufbauphase in den 50er Jahren charakteristischen Form weisen die Gebäude Eulenbergstr. 4 - 6, 8, 10, 12 - 14, 42-44 sowie 5 - 7 verschiedene, bauzeittypische Gestaltungsmerkmale auf. Bezeichnend ist die schlichte Putzfassade, deren drei Achsen stark die Vertikale betonen. Die durch die vorspringende Einfassung der Haustür und der Treppenhausfenster akzentuierte Mittelachse verstärkt diesen Vertikalzug, in dem die Öffnungen von der Tür bis zum obersten Fenster immer kleiner werden. Gleichzeitig wirkt das Querformat dieser Fenster mit den seitlich angrenzenden Mauerflächen wie waagerechte Bänder, so daß ein insgesamt ausgewogener Fassadenaufbau entsteht. Darüberhinaus erinnern die querrechteckigen, mit farbigem Glas versehenen Fenster an abstarkte Gemälde der 50er Jahre. Hervorzuheben ist auch das erhaltene Treppenhaus mit Terrazzoböden, originalem Treppengeländer und Wandmosaik. Die Erhaltung des Hauses Eulenbergstr. 42 ist wegen der Fassadengestaltung und der weitgehend originalen Aussattung unbedingt notwendig.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0