Wohn- u. Geschäftshaus
Lechenicher Straße 5 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8009 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lechenicher Straße 5, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.11.1996 |
| Stadtteil | Sülz |
Erbaut um 1910; Vorderhaus mit rückwärtigem Seitenflügel.
Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (seitlich je eine Gaube); 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit zeittypisch reduzierter Stuckgestaltung (Fensterbrüstungen im 1./2.OG mit Putzspiegeln, seitliche Fensterachsen vertikal in aufgeputzter Rahmung zusammengefaßt); Fassadenrhythmisierung durch leichtes Vorwölben der Mittelachse (Streuselputz, geometrisch ornamentierte Brüstungsfelder) und Zwerchhaus mit Giebelfeld; Fenster (mit Oberlichtern) und Eingangstür in Alu erneuert.
Rückfront: 3 : 4 Achsen; backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster in Alu erneuert (mit Oberlichtern); Hoftür erneuert (Alu); am Vorderhaus und Seitenflügel Balkone mit originalen Metallgeländern im 1./2.OG; je 2 Gauben auf dem Vorderhaus und Seitenflügel.
Innen original: Eingangsflur: Terrazzoboden mit Bordüre; in Brüstungshöhe breite, profilierte Wandleiste; darüber vertikale Wand- und Deckengliederung (Decke seitlich leicht gewölbt) mit aufgeputzten Kanelluren; floral ornamentierter Wand- und Deckenfries; Durchgang zum Treppenhaus seitlich mit Konsolköpfen; Treppenhaus: Terrazzoboden und -treppe; gedrehtes Geländer und Handlauf in Holz; Speichertür; Wohnungen: weitgehend Grundrisse (außer 2.OG: eine Wohnung vergrößert); EG rechts: Dielenböden (teilweise mit Spanplatten aufgedoppelt); Zimmertüren mit Rahmen (Straßenzimmer mit kassettierter Laibung); 2.OG rechts: Dielenböden; Fußleisten; Türen mit Rahmen; Reste der ursprünglichen Wandbemalung (schwach erkennbar im Flur; Wandfries in Teilen in der Küche).
Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige backsteinsichtige Hofmauer (an der Schmalseite der Parzelle).
Während es bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Sülz eher ländlich geprägte Siedlungsansätze gab, fällt die Bauzeit des o.g. Objektes in eine zweite, städtebaulich bedeutende Entwicklungsphase des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Sülz. Hierbei orientierte sich die stadtplanerische Gestaltung einerseits und die architektonische Ausformung der neuerrichteten Bauten andererseits noch an Entwicklungen der Kölner Neustadt, werten diese jedoch im Sinne neuerer Architekturströmungen um und setzen so die epochale Neustadtplanung in den Außenbezirken in der Umgebung des Gürtels, dies vor allem in den Stadtteilen Sülz und Klettenberg, mit zeitgemäßen Mitteln fort.
Die in dieser zweiten Entwicklungsphase bebaute Lechenicher Straße ist Teil der für stadtnahes Wohnen neuerschlossenen Gebiete. Zu dem strengen Straßenraster zwischen den Ausfallstraßen Luxemburger, Berrenrather und Zülpicher Straße gehörend, veranschaulicht die in Teilen noch erhaltene historische Bebauung der Lechenicher Straße diese städtebaulichen Zusammenhänge.
Das o. g. Objekt ist ein Dokument der kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstandenen Gebäude mit Stuckfassaden, die durch geometrische, zurückhaltend verwendete Jugendstil- und Neo-Klassizismusornamente und eine Betonung der Kubatur bei leichter Rhythmisierung der Fassade gekennzeichnet sind. Diese baugestalterischen Merkmale sind typisch für eine bei den Bauherren in dieser Zeit aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen, die als Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden zu verstehen ist.
Als integraler Bestandteil der ursprünglich mehrheitlich durch derart gestaltete Bauten geprägten Lechenicher Straße ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument, das aufgrund seines in wesentlichen Elementen intakten Erscheinungsbildes unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0