Wohnhaus

Lechenicher Straße 7 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8093
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lechenicher Straße 7, 50937 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.04.1997
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1910; Vorderhaus mit rückwärtigem Seitenflügel.

Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (seitlich je eine Gaube); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederungen des geometrischen Jugendstils (Rustika im EG, Fensterbrüstungen im 1./2.OG, Fensterverdachungen im 2. OG, Giebelrahmung). Fassadenrhythmisierung durch giebelbekrönten Erker in der Mittelachse; hochrechteckige Fenster (Holz, erneuert), originale Haustür.

Rückfront: 2 : 3 Achsen; backsteinsichtig, Sockel modern verputzt, stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster teilweise in Holz erneuert, Treppenhausfenster erhalten; an Vorderhaus und Seitenflügel Balkone mit originalen Metallgeländern, je 2 Gauben in den Dächern von Vorderhaus und Seitenflügel, im Mansarddach des Vorderhauses kleines Dachflächenfenster.

Innen original: Vestibül: Terrazzoboden mit Bordüre, Hohlkehle, (Wände bis in Brüstungshöhe neu gefliest). Treppenhaus: Terrazzoboden und -treppe, gedrechseltes Geländer und Holzhandlauf mit schlichtem, rundem Antrittspfosten, seitliche Wände mit Brüstungsputz und -profil. Wohnungstüren mit Glasfüllung und Oberlicht erhalten (im EG verändert), Zimmertüren nur teilweise erhalten, EG rechts und 1.OG rechts Türen verkleinert und Decken abgehängt.

Während es zunächst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Sülz eher ländlich - vorstädtisch geprägte Siedlungsansätze gab, fällt die Bauzeit des o.g. Objektes in eine zweite, städtebaulich bedeutende Entwicklungsphase des 1888 nach Köln hin eingemeindeten Sülz. Hierbei orientierte sich die stadtplanerische Gestaltung einerseits und die architektonische Ausformung der neuerrichteten Bauten andererseits an Entwicklungen der Kölner Neustadt, passen diese jedoch den vorstädtischen Maßnahmen und den jeweiligen zeitgemäßen Strömungen an. So erfährt die epochale Neustadtplanung in den Außenbezirken, den inneren Vororten wie beispielsweise den Stadtteilen Sülz und Klettenberg, eine zeitgemäße Fortsetzung.

Die in dieser zweiten Entwicklungsphase bebaute Lechenicher Straße ist Teil der für stadtnahes Wohnen neuerschlossenen Gebiete. Zu dem strengen Straßenraster zwischen den Ausfallstraßen Luxemburger, Berrenrather und Zülpicher Straße gehörend, veranschaulicht die am Anfang der Lechenicher Straße noch in größeren Teilen (Nr. 3-11 und Nr. 6-8) erhaltene historische Bebauung diese städtebaulichen Zusammenhänge.

Das o. g. Objekt ist ein Dokument der kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstandenen Gebäude mit Stuckfassaden, die durch geometrische, zurückhaltend verwendete Jugendstil- und Neo-Klassizismusornamente und jeweils mittig angeordnete leicht vorspringende, giebelbekrönt rhythmisierende Erker gekennzeichnet sind. Diese baugestalterischen Merkmale sind typisch für eine bei den Bauherren in dieser Zeit aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen, die als Reaktion auf die mitunter überaus reich geschmückten und zuweilen als überladen empfundenen Gründerzeitfassaden zu verstehen ist.

Als integraler Bestandteil der ursprünglich mehrheitlich durch derart gestaltete Bauten geprägten Lechenicher Straße ist das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument, welches mit Blick von der Sülzburgstraße wichtige stadtbildprägende Funktion innehat und das aufgrund seines in wesentlichen Elementen intakten Erscheinungsbildes unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0