Wohn- u. Geschäftshaus

Stammheimer Straße 126 · Riehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8104
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Stammheimer Straße 126, 50735 Köln
Baujahr1891
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.06.1997
Stadtteil Riehl

Erbaut 1891, Vorderhaus mit rückwärtigem Seitenflügel.

Fassade: 3 Geschosse, später ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Satteldach (2 Gauben), traufständig, schlichte Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Klassizismus, im EG Ladeneinbau (verändert), je drei Segmentbogenfenster (erneuert, Kunststoff, Dreischeibenteilung) mit Stuckrahmungen im 1. und 2. OG, Stockwerk und Sohlbankgesimse. Rückfront: backsteinsichtig, fast vollständig durch dreigeschossiges Hinterhaus verdeckt (breite Gaube im Dach). Hinterhaus: backsteinsichtig, im unteren Bereich modern verputzt.

Innen original: Hauseingang in Hofdurchfahrt der Nr. 124 (Stufen und Haustür erneuert), schlichte Fliesen im Eingangsbereich des Hausflures (schlechter Zustand), Holztreppe zum 1. OG vermutl. Anfang des 20. Jh. verändert (4-eckiger Antrittspfosten, eckige Stäbe), ab 1. OG gedrechseltes Geländer, gedrechselter Antrittspfosten im 1. OG, Holzhandlauf (alle Stufen erneuert). Eine Wohnungstür im 2. OG erhalten, sonst erneuert; Zimmertüren teilweise erhalten, Dielenboden. Backsteinkeller mit geschlämmten Wänden, Kellertreppe aus Holz.

Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige, hohe Einfriedungsmauer aus Backstein. Nicht zum Denkmal gehörig ist die schmale, eingeschossige Hofbebauung und die an das Hinterhaus anschließende Garagenreihe aus der Nachkriegszeit.

Das mittelalterliche Dorf Riehl, das 972 erstmals bezeugt ist, wurde 1474 im burgundischen Krieg vernichtet. Die danach neu entstandene lockere Hofbebauung fiel Ende des 18. Jh. mehrmals den Eisfluten des Rheins zum Opfer, wodurch Riehl bis über die Mitte des des 19. Jh. nur aus wenigen einzelnen, weit verstreuten Häusern bestand. Seit etwa 1850 war Riehl preußischer Militärstandort und wurde durch Anlage des Zoos (1860), der Flora (1864) und mehrerer Sommerwirtschaften zum beliebten Kölner Ausflugsziel. Seit 1874 erschloß der Bauunternehmer Steinbüchel weiter vom Rhein entfernt liegende Gebiete durch hochwasserfreie Straßen, an denen im Zuge der Eingemeindung Riehls zu Köln im Jahr 1888 im Bereich der nördlichen Stammheimer Straße die erste zusammenhängende Wohnbebauung entstand. Zunächst entstanden um 1890 die Häuser Stammheimer Straße 102-130, gegen Ende der 90er Jahre folgte die Bebauung der südlichen Stammheimer Straße (Nr. 11-15) und die Häuser der nördlich gelegenen Hittorfstr. (Nr. 2-8).

Das Haus Stammheimer Straße Nr. 126 entstammt der ersten gründerzeitlichen Wohnbebauung in Riehl, die im nördlichen Bereich der Straße das neue Ortszentrum begründete. Die frühe dreigeschossige Bebauung ist hier in einem selten einheitlichen und umfangreichen Ensemble im Bereich der Häuser Nr. 116 bis 130 erhalten geblieben. Das Objekt zeigt ähnlich wie die meisten anderen Häuser dieser Reihe die für Köln in dieser Zeit typische Dreifensterfassade, die hier in der ganz schlichten, an den Klassizismus angelehnten Form mit einfachen Fensterrahmungen und Gesimsen präsentiert wird.

Das Objekt ist somit unverzichtbarer Bestandteil eines Ensembles der ältesten noch existierenden Riehler Wohnbauten. Es ist Zeugnis für die Geschichte der Menschen dieses Stadtteils und es ist ebenso Zeugnis für die frühe Kölner Gründerzeitarchitektur mit sehr schlichten neoklassizistischen Fassadengestaltungen. Es hat darüberhinaus auch noch eine wichtige städtebauliche Bedeutung, da es besonders für den kleinen Platz an der Kreuzung zum Riehler Tal ein wichtiger Blickfang ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0