Wohn- u. Geschäftshaus
Stammheimer Straße 128 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8041 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Stammheimer Straße 128, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.01.1997 |
| Stadtteil | Riehl |
Erbaut um 1905, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem Seitenflügel sowie nachträglichen Anbauten.
Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Achsen, Putzfassade in historistischen Formen, Erdgeschoß verändert (Fassadenverblendung durch Marmorplatten), Traufzone verändert, Eingang links innerhalb der Nische mit Zugang zum Ladenlokal, Haustür in Metall erneuert, Fenster der Obergeschosse mit flach segmentbogigem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert (horizontale Mittelteilung).
Rückseite: Backstein, Vorderhaus einachsig, Seitenflügel zweiachsig, im Hofbereich zweigeschossiger Anbau, an der Stirnseite des Seitenflügels zweigeschossiger Anbau mit abschließender Terrasse, Fenster mit segementbogigem oberen Abschluß, nurmehr zwei originale Fenster mit Oberlicht, Mittelteilung und Sprossen.
Im Inneren: Treppenhaus: Steinbodentreppe mit PVC-Belag (ehemals Terrazzo), Geländer in Metall erneuert, Erdgeschoß und Podeste Steinboden mit PVC-Belag erneuert, Belichtung des Treppenhauses durch Oberlicht, vom 2. Ober- zum Dachgeschoß originale Holztreppe, Geländer mit Stäben und Handlauf in Holz, Wohnungseingangstüren erneuert.
In den Wohnungen: keine Originalsubstanz.
Gewölbekeller.
Der rückwärtige große Garten mit beidseitig anstehenden Einfriedungsmauern in Backstein ist Bestandteil des Denkmals.
Politisch war Riehl im 19. Jahrhundert ein Teil der Bürgermeisterei Longerich und wurde 1888 nach Köln eingemeindet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich mit der Anlage des Zoos 1859/60 und der Flora 1862/64 das damalige Kölner Vergnügungsviertel "Goldene Ecke" entwickelt. Die ältesten erhaltenen Wohnbauten Riehls an der Hittorf-, Stammheimer- und Boltensternstraße stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im südlichen Teil Riehls der Botanische Garten angelegt, um dieses Grüngebiet entstand in den 20er Jahren ein vornehmes Wohnviertel mit Villenbebauung. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GAG bebaute gleichzeitig die Freiflächen an Barbara- und Boltensternstraße mit großen Mietblöcken /(Naumannviertel). Als jüngster Wohnbereich Riehls wurde in der Nachkriegszeit das Gelände zwischen Zoologischem Garten und Rhein erschlossen. Die Stammheimer Straße mit ihren ältesten Bauten im nördlichen Abschnitt, den späten Gründerzeitbauten und den repräsentativen Eingängen zum Botanischen Garten, zur Flora und zum Zoologischen Garten in ihrem südlichen Teil, veranschaulicht die städtebauliche Entwicklung des Vorortes Riehl: seit 1874 setzte die Bebauung ein (Nrn. 120 - 130), ab 1890 wurden neben diesen schlichten Mehrfamilienhäusern mit Gewerbe in den Erdgeschossen am südlichen Ende der Straße aufwendig stuckierte Bauten im Stil der Neurenaissance realisiert. An die für gehobene Ansprüche errichteten Mietwohnobjekte mit Vorgärten an der Stammheimer Straße schließen sich durch Gartengrün aufgelockerte aufwendige, zumeist zweigeschossige und freistehende Wohnbauten an.
Im Kreuzungsbereich zwischen Riehler Gürtel/Pionierstraße und Riehler Tal/Hittorfstraße bildet die Stammheimer Straße eine platzartige Straßenerweiterung, die heute an der linken Straßenseite durch viergeschossige Nachkriegsneubauten aus jüngster Zeit mit Ladenlokalen in den Erdgeschossen (Nrn. 103 - 115) eingefaßt ist, während die gegenüberliegende Zeile eine fast ununterbrochene Reihe von dreigeschossigen und dreiachsigen Dreifensterhäusern rheinischer Prägung des späten 19. Jahrhunderts und der Zeit um die Jahrhundertwende zeigt. Dem Charakter des Wohnumfelds mit Wohngebäuden auf schmalen Parzellen und weit in den Blockinnenbereich ragenden Seitenflügeln mit anschließenden Gärten entspricht das Gebäude Stammheimer Str. 128 aufgrund seiner ausgewogen gestalteten Fassadenkomposition, deren Ensemblewirkung innerhalb der Reihe gleichgestalteter Gebäude (Nrn. 120 - 130) von historischer Bedeutung ist. Die sparsam durch zeitgemäß historistische Formen dekorierte Fassade (heute im Erdgeschoß verändert) mit Geschoß- und Sohlbankgesimsen und profilierter Einfassung der Obergeschoßöffnungen wiederholt sich bei den benachbarten Gebäuden mit geringen Variationen und findet ein Pendant in der Fassadengestaltung des gegenübergelegenen Postgebäudes (Nr. 115).
Aufgrund der Erhaltung wesentlicher Teile der Originalsubstanz der Schauseite und der rückwärtigen Fassade ist das Objekt Stammheimer Str. 128 für das Erscheinungsbild der Straße und der platzartigen Kreuzungserweiterung sowohl, wie als Zeugnis für die reiche Architektur im Ortsbereich Riehl ein unbedingt erhaltenswertes Dokument der Kölner Baukunst.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0