Wohn- u. Geschäftshaus
Hittorfstraße 2 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8263 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hittorfstraße 2, 50735 Köln |
| Baujahr | Ende 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.01.1998 |
| Stadtteil | Riehl |
Erbaut gegen Ende der 1890er Jahre, 3-geschossiges Eckhaus zur Stammheimer Str. mit 3:1 Achsen und Satteldach auf unregelmäßigem Grundriß.
Fassade: Starke horizontale Gliederung durch Geschoß-, Sohlbank- und Traufgesimse. Im EG horizontale Glatt- und Rauhputzstreifen, in der mittleren der 3 Achsen zur Hittorfstr. Hauseingang (Tür erneuert, Alu), links – in der Achse der Obergeschoßfenster – hoch-rechteckiges Fenster und Ladentür in gleicher Breite, rechts breites Schaufenster (erneuert, Alu), an der Ecke Ladeneingang. In der im stumpfen Winkel abgeknickten Achse zur Stammheimer Str. im EG ein Schaufenster (Alu) in der Achse der OG-Fenster. Oberer Abschluß des EG durch Stuckschilder für ehemalige Ladenbeschriftung und kräftiges Geschoßgesims. Die Fenster der beiden Obergeschosse sitzen jeweils auf Sohlbankgesimsen auf, die Fenster des 1. OG sind durch schlichte Verdachungen betont, die Verdachungen fassen an der Hittorfstraße die beiden äußeren, auch enger zusammen angeordneten Fenster zusammen. Alle Fenster erneuert, jeweils halb horizontal geteilt. Im Dach späterer Einbau von 4 größeren Dachflächenfenstern.
Innen original: Terrazzofußboden, Holztreppe, gedrechseltes Geländer erhalten und Antrittspfosten sowie Holzhandlauf erneuert. Große hölzerne Wohnungseingangsfronten mit mittlerer Tür erhalten, Toilettentüren auf Treppenpodesten erneuert.
Das mittelalterliche Dorf Riehl, das erst 972 erstmals bezeugt ist, wurde 1474 im burgundischen Krieg vernichtet. Die danach neu entstandene lockere Hofbebauung fiel Ende des 18. Jh. mehrmals den Eisfluten des Rheins zum Opfer, wodurch Riehl bis über die Mitte des 19. Jh. nur aus wenigen einzelnen, weit verstreuten Häusern bestand. Seit etwa 1850 war Riehl preußischer Militärstandort und wurde durch Anlage des Zoos (1860), der Flora (1864) und mehrerer Sommerwirtschaften zum beliebten Kölner Ausflugsziel. Seit 1874 erschloß der Bauunternehmer Steinbüchel weiter vom Rhein entfernt liegende Gebiete durch hochwasserfreie Straßen, an denen im Zuge der Eingemeindung Riehls zu Köln im Jahr 1888 im Bereich der nördlichen Stammheimer Straße die erste zusammenhängende Wohnbebauung entstand. Zunächst entstanden um 1890 die Häuser Stammheimer Straße 102-130, gegen Ende der 90er Jahre folgte die Bebauung der nördlich gelegenen Hittorfstr. (Nr. 2-8), erst um 1914 wurden die schräg gegenüberliegenden Häuser Hittorfstr. 3-7 errichtet.
Das Haus Hittorfstr. 2 bildet mit den benachbarten Häusern der Hittorfstraße und der Stammheimer Staße ein guterhaltenes Ensemble der frühen gründerzeitlichen Bebauung Riehls. Im Gegensatz zu den im weiteren Verlauf der Hittorfstr. etwas später errichteten Backsteinbauten, wurde der Eckbau – passend zu den Putzbauten der Stammheimer Straße – mit einer schlichten Putz-Stuckfassade errichtet.
Er ist unverzichtbares Beispiel für die Geschichte von Menschen und Siedlung in Riehl und hat darüberhinaus – direkt an der großen Straßenkreuzung – eine wichtige stadtbild-prägende Funktion und ist daher unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0