Wohnhaus
Bergisch Gladbacher Straße 121 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8118 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 121, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.07.1997 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1880 erbaut, viergeschossiges, traufenständiges Wohnhaus.
Straßenfassade: 3 achsige Putzfassade mit Stuckgliederungen im Anklang Renaissance und Barock, rechte Achse durch horizontalen Fugenschnitt betont, segmentbogige Fenster- und Türöffnungen (Haustür und Fenster erneuert), durchlaufende Sohlbankgesimse; EG mit Rustika-Putz, verzierte Brüstungsfelder und aufwendige Fensterbekrönung im 1. und 2. OG; Dach erneuert.
Rückseite verwinkelter Treppenhaus- und Toilettenanbau, backsteinsichtig (Rückwand neu verputzt, Fenster erneuert).
Innen original: Keller mit Betonkappendecke, hölzerne Kellertreppe; gefliester Hausflur, Holztreppe mit Treppenpfosten und Stabgeländer (Linoleumbelag), OG dreiräumig (Einbau von WC und Bad), vermutlich alte Böden (unter Linoleum).
Der veränderte rückwärtige Hof ist nicht Teil des Denkmals.
Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim, die erst 1914 nach Köln eingemeindet wurde, rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte in der unmittelbaren Umgebung der Fabriken rasch zur Bebauung mit Wohnhäusern.
Im Bereich südlich des Carlswerkes entstanden an den Ausfallstraße Bergisch-Gladbacher und an der Holweider Straße viergeschossige Mietstockwerkbauten für Werksangehörigen. Zu den frühesten Zeugnissen dieser ab 1870/80 beginnenden Bebauung gehört das o. g. Objekt. Sein traditioneller Fassadenaufriß (Drei-Fenster-Haus) unterscheidet es von den aufwendiger gestalteten Bauten in der Nachbarschaft (Nr. 115 und 123). Von den zeitgleich errichteten Häuser Nr. 125 und 131-133 hebt es sich durch die Betonung der rechten Hausachse ab, die ehemals übergiebelt gewesen sein dürfte (vgl. Hacketäuerstr. 66). Diese Fassadengestaltung ist typisch für die Zeit um die Jahrhundertwende. Die ansonsten zurückhaltende Fassade ist demnach durch eine Verbindung traditioneller und damals moderner Elemente ausgezeichnet.
Mit den o. g. Nachbarbauten dokumentiert das o. g. Objekt das ursprüngliche, durch Putzfassaden bestimmte Erscheinungsbild dieser Straße und ist wegen der kaum veränderten Innenaufteilung von großer Aussagekraft für die Wohnverhältnisse der Arbeiter und Angestellten am Ende des 19. Jahrhunderts.
Aus den o. g. Gründen ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0