Wohnhaus

Schweinheimer Straße 12 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8135
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schweinheimer Straße 12, 51067 Köln
Baujahr1. Hälfte 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.08.1997
Stadtteil Holweide

Erbaut 1. Hälfte 19. Jahrhundert (Bila-Karte), giebelständiges, zweistöckiges Fachwerkhaus, rückwärtiges Drittel des Gebäudes und große Bereiche der traufseitigen Erdgeschoßwände Backsteinmauerwerk, Satteldach (Einbau eines Dachflächenfensters). Giebelfassade: vorspringender, gemauerter, verputzter Sockel, darüber Fachwerk, 7 nebeneinanderliegende Gefache im Oberstock, regelmäßige Anordnung von Riegeln, Ständern und seitlichen Streben. Im Unterstock rechts ein Fenster, im Oberstock zwei Fenster, im Giebel ein mittiges Fenster (alle Fenster erneuert: Kunststoff mit innenliegenden Sprossen, erneuerte Schlagläden). Östliche Seitenfront: linkes Drittel weiß geschlämmtes Backsteinmauerwerk, im Unterstock ein zweiflügeliges Fenster; rechte Seite Unterstock Backsteinmauerwerk zum Teil verputzt, zum Teil geschlämmt, mittig Haustür (erneuert, Kunststoff), zu beiden Seiten ein Fenster; Oberstock Fachwerk, 7 nebeneinanderliegende Gefache, ursprünglich zwei Fenster (im 2. und 6. Gefach), jetzt 5 Fenster. Westliche Seitenfront: rechtes Drittel und Unterstock des mittleren Fassadendrittels leicht vorspringend, Backsteinmauerwerk modern verputzt. Sonst Fachwerk, im Oberstock 8 nebeneinanderliegende Gefache. Im Unterstock 3 Fenster (das mittlere in der Größe verändert und heute wie das rechte Fenster zweiflügelig). Im Fachwerkbereich des Oberstockes ursprünglich zwei Fenster im 2. und 6. Gefach, heute drei Fenster. Rückfront: Backsteinmauerwerk, modern verputzt. Im Unterstock mittige Tür (erneuert), im Oberstock zwei Fenster, im Giebel ein Fenster (Moderner Terrassenanbau mit westlicher gemauerter Wand, ansonsten leichte Holzkonstruktion). Innen original: gemauerter niedriger Keller unter vorderem Gebäudebereich, große Teile der ursprünglichen Innenwände, Deckenbalken. (Sämtliche Zimmertüren erneuert, Treppe zum Oberstock erneuert.)

Bestandteil des Denkmals ist auch der umgebende Garten, insbesondere das Bachufer des Strunderbachs.

Der heutige Kölner Stadtteil Holweide entstand erst 1910 durch Zusammenlegung der Dörfer Holweide, Schweinheim, Wichheim und Schnellweide und wurde - nachdem die Dörfer vorher zur Merheim im Landkreis Mühlheim gehört hatten - 1914 nach Köln eingemeindet. Die alten Dorfstraßen von Wichheim und Schweinheim (Wichheimer und Schweinheimer Straße) ziehen sich noch heute am Struderbach entlang und verweisen mit einer Reihe von erhaltenen Fachwerk- und Backsteinbauten und auch der Isenburg auf die dörfliche Bebauung und ihre Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten: unterschiedlich große Parzellen, offene, an Straße und Bach gereihte Bebauung, Nutzung des Bachwassers für Mühlen und Tiere.

Das in der Substanz gut erhaltene Objekt ist im Gegensatz zu anderen erhaltenen kleineren Fachwerkbauten der Straße (Häuslerstellen) ein Kleinbauernhaus und liegt - durch den Bach von der Straße getrennt - zurückspringend, an einer Straßenbiegung. Auf alten Fotos ist noch die zugehörige große Scheune im hinteren Teil der Grundstückes sichtbar, die leider nach der Teilung des Grundstückes 1965 abgerissen wurde. Das Objekt ist unverzichtbares Zeugnis für die Geschichte von Siedlung und bäuerlicher Produktion der Menschen in Holweide und darüberhinaus ein selten gewordenes Beispiel eines ländlichen rheinischen Fachwerkhauses.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0