Wohn- u. Geschäftshaus
Schweinheimer Straße 45 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8186 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Schweinheimer Straße 45, 51067 Köln |
| Baujahr | Ende 19. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1997 |
| Stadtteil | Holweide |
Erbaut gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf rechteckigem Grundriß (mit späterem rückwärtigem Toilettenanbau und eingeschossiger Hofbebauung).
Straßenfassade: 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach (2 Gauben), 3 Achsen, Eingang links. Mehrfarbige Backsteinfassade mit Sohlbankgesims und betontem Traufgesims sowie schlichten, segmentbogigen Überfangbögen über Fenstern und Eingangstür. Fenster verändert (Holz), zweiflügelige Eingangstür mit Oberlicht erhalten, 2 Zugangsstufen aus Basalt erhalten (moderne, ca. 30 cm vorkragende Reklame-Türverdachung).
Linke Seitenfassade: ursprüngliche glatte Backsteinfassade verändert (moderner Strukturputz, späterer Einbruch einer Tür und zweier Fenster).
Rückseite: nur OG sichtbar: verputzt, eine Gaube mit Originalfenster (Veränderungen: rechts zweigeschossiger Toilettenanbau mit Pultdach).
Innen original: Keller und Dachgeschoß weitgehend original (EG verändert), im DG Dielenboden und 3 originale Türen; Holztreppe mit eckigem Antrittspfosten, Stabgeländer und Handlauf aus Holz; hölzerne Dachstiege. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten als ehemaliger Nutzgarten.
Nichtbestandteil des Denkmals ist der Toilettenanbau und der eingeschossige Anbau.
Der heutige Kölner Stadtteil Holweide entstand erst 1910 durch Zusammenlegung der Dörfer Holweide, Schweinheim, Wichheim und Schnellweide und wurde - nachdem die Dörfer vorher zu Merheim im Landkreis Mülheim gehört hatten - 1914 nach Köln eingemeindet. Die alten Dorfstraßen von Wichheim und Schweinheim (Wichheimer und Schweinheimer Straße) ziehen sich noch heute am Strunderbach entlang und verweisen mit einer Reihe von erhaltenen Fachwerk- und Backsteinbauten auf die dörfliche Bebauung und ihre Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten: unterschiedlich große Parzellen, offene, an Straße und Bach gereihte Bebauung, Nutzung des Bachwassers für Mühlen.
Das o.g. Objekt ist typisches Zeugnis für die Bebauung der Kölner Vororte um die Jahrhundertwende, ähnlich wie das in Holweide in der Kaspar-Düppes-Str. erhaltene denkmalwerte Haus Nr. 45 ein zweigeschossiges Dreifensterhaus. Im Gegensatz zu diesem Haus mit Stuckfassade zeigt das besprochene Objekt die zur gleichen Zeit genauso übliche Backsteinfassade. Die Backsteinfassade ist zweifarbig und beweist einen gewissen Anspruch durch die überwiegende Verwendung des teureren gelben Backsteins an der Fassade.
In der näheren Umgebung findet sich eine Reihe älterer Fachwerkbauten und so ist dieses Objekt insbesondere mit dem benachbarten Fachwerkhaus Nr. 43 unverzichtbares Zeugnis für die Darstellung der Holweider Siedlungsgeschichte entlang des Strundener Baches, in der auf die ältere ländliche Fachwerkbebauung in der Zeit um die Jahrhundertwende kleinstädtische Bauten nach Art dieses Dreifensterhauses folgten. Gleichzeitig entstanden nur wenig entfernt an der Bergisch Gladbacher Str. schon dreigeschossige Gründerzeitbauten.
Im Jahr 1916 ist im Haus eine Schankwirtschaft bezeugt, somit war es damals - gemeinsam mit einer Gastwirtschaft in der Schweinheimer Str. 75 - gesellschaftlicher Mittelpunkt der Straße. Die Bestimmung des EG als Dorfgaststätte hat sich bis heute erhalten.
Heute ist das Objekt ein wichtiges historisches Bauglied im alten Siedlungskern Schweinheim, der in den letzten 20 Jahren in vielen Bereichen seinen dörflichen Charakter durch wenig sensible, meist wenig qualitätvolle Neubauten verloren hat.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0