Wohnhaus
Karl-Kaulen-Straße 25 · Lövenich
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8169 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Karl-Kaulen-Straße 25, 50859 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.10.1997 |
| Stadtteil | Lövenich |
Um 1900 erbaut; zweigeschossiges Eckhaus zur Schafgasse; 2:1:2 Achsen, abgeschrägte Ecke mit Blendgiebel; Walmdach.
Straßenfront: Backsteinfassade mit gelben Backsteingliederungen: umlaufende Mauerbänder, Sohlbänke, Segmentbögen über Tür- und Fensteröffnungen, Dachgesims und Ziergiebel; Sockel verputzt, Haustür und Fenster erneuert, ErdgeschoßFenster zur Karl-Kaulen-Straße vergrößert bzw. zugesetzt.
Rückfront: Einheitlich mit dem Nachbarhaus Nr. 23 neu verputzt.
Im Inneren original erhalten: Keller mit Backsteinkappendecke, Balkendecken (abgehängt) in Erdgeschoß und Obergeschoß, Holztreppe (unterer Teil als Betontreppe erneuert).
Nicht Bestandteil des Denkmals ist der veränderte Hofbereich.
Das o. g. Objekt liegt als Eckhaus an der Karl-Kaulen-Straße, der ehemaligen Lövenicher Dorfstraße. Als eines von insgesamt sieben zu Beginn des Jahrhunderts entstandenen Eckhäusern entlang der Straße dokumentiert es die Übernahme einer repräsentativen Vorortarchitektur innerhalb des vom zweckmäßigem dörflichen Wohnen geprägten Lövenich.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts löste das Backsteinhaus den seit Jahrhunderten üblichen Fachwerkstil des Wohnhauses der einfachen Dorfbevölkerung ab. Innerhalb des Dorfes Lövenich entstanden vereinzelt in der Regel giebelständige Wohnhäuser, deren traufständige Ställe und Scheunen den landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerb dokumentieren. Als gegen Ende des Jahrhunderts in Köln beschäftigte Arbeiter und Handwerker die umliegenden, an die Eisenbahn angeschlossenen Dörfer als Wohnort entdeckten, setzte auch in Lövenich eine rege Bebauung ein.
Unter dem Einfluß der allgemeinen Einführung einer Baufluchtlinie um 1875 entwickelte sich zunächst das traufständige Wohnhaus, später führte die Verteuerung der Grundstückspreise und die Übernahme städtischer Wohnhausarchitektur ab etwa 1900 zu einer Reduzierung der Parzellenbreite zur Hausbreite und zu den Vorgängern der späteren Reihenbebauung. Bis etwa 1900 wurden die Wohnhäuser immer eingeschossig errichtet. Die unverputzten Fassaden zeigten den Feldbrandstein und besaßen nur geringe, immer einfarbige Gliederungen; Fenster- und Türöffnungen besaßen Stichbögen und das Dachgeschoß wurde nicht ausgebaut. Seit der Jahrhundertwende prägten unterschiedlich gestaltete Verzierungen aus teureren, gelben Ringofenziegeln die Fassaden der Neubauten. Ein Stall sowie ein Abort mit Pultdächern im Anschluß an das Haus sowie ein Garten zum eigenen Anbau waren üblich. Die vorhandene Baufluchtlinie sowie die traufständige Ausrichtung der Häuser erlaubte nun auch die Ausnutzung der bisher unbebauten Eckgrundstücke entlang der Dorfstraße durch die Errichtung meist zweigeschossiger Eckhäuser mit abgeschrägter Ecke und Backstein- oder Putzfassaden, die nun keinen Garten mehr besaßen.
Dank des weitgehend unveränderten, für die Zeit seiner Erbauung sehr repräsentativ wirkenden Erscheinungsbildes in seiner Lage als vorstädtisches Eckhaus nahe dem ehemaligen Dorfplatz steht das Objekt im engen ortsbildprägenden Zusammenhang mit den denkmalwerten Nachbarbauten Karl-KaulenStr. 44 - 46, Nagelschmiedshütte 8, Am Heidstamm 1 und 9, Braugasse 1 und Brauweilerstr. 77.
Es ist daher in orts- wie in baugeschichtlicher Hinsicht als auch im städtebaulichen Zusammenhang ein unverzichtbares Dokument für die Vorortentwicklung Lövenichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0