Wohnhaus

Nagelschmiedshütte 8 · Lövenich

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2831
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Nagelschmiedshütte 8, 50859 Köln
Baujahr18. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.03.1985
Stadtteil Lövenich

Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Lövenich, da es die Erstbebauung bzw. den ursprünglichen Charakter dieses Ortsteils dokumentiert. Der Ort wird bereits um 1000 mit der Kirche St. Severin urkundlich erwähnt und ist weitgehend seit der zweiten Hälfte im Besitz des Johanniterordens. In der Säkularisation gehen die Höfe in privaten Besitz über. Die wichtigsten Höfe u. a. Mertenshof, Odemshof und Keuschhof bestehen noch immer im Umkreis der alten, seit dem 12. Jh. bestehenden Pfarrkirche St. Severin. Der Dorfcharakter blieb im Kern weitgehend erhalten. Die kleine Gasse Nagelschmiedshütte liegt in unmittelbarer Nähe der alten Kirche.

Bei dem 1geschossigen kleinen Fachwerkhaus aus dem Beginn des 19. Jh. handelt es sich vermutlich um die "Hütte" des Nagelschmieds, die dieser kurzen Straße im Zentrum Alt-Lövenichs ihren Namen gab. Zur Kirche hin ist das Fachwerk unter der weißen Tünche deutlich sichtbar, zur Dorfstraße, zu der der Giebel zeigt, jedoch verputzt. Eine hohe neuzeitliche Bretterwand grenzt das kleine Grundstück ein, auf dem noch ein stallartiger Ziegelbau steht. Im Innern ist eine alte Stiege in das DG erhaltenswert. Fenster und Türen sind Teil der alten Substanz. Die Datierung des Gebäudes ist unklar; es kann auch ein Bau aus dem 18. Jh. sein. Es gehört auf jeden Fall zu den wenigen alten ländlichen Fachwerkhäusern der Häusler oder Kleinbürger, die sich im Kölner Bereich aus der Zeit vor 1840 erhalten haben. In diesen Jahren wurden aufgrund veränderter Umstände (Feuerschutz, zunehmender Wohlstand) der Fachwerkbau durch Backsteinbauten abgelöst bzw. ersetzt. Ein nachträgliches Verputzen war ebenfalls nicht selten. Als ein typisches Dokument frühen landwirtschaftlichen Bauens für sozial schwächere Schichten ist das Gebäude von erheblicher Bedeutung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0