Wohnhaus

Liebigstraße 209 · Neuehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8208
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Liebigstraße 209, 50823 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1997
Stadtteil Neuehrenfeld

Erbaut: um 1900; dreigeschossiges Eckgebäude (Liebigstr./ Methweg); Satteldach; ausgebautes Dachgeschoß (Dachgeschoßfenster liegen in drempelartiger, schieferverkleideter Aufmauerung; abgeschrägte, giebelbekrönte Ecke (fast firsthoch, mit eigenem Satteldach);

Straßenfront: 4:1:7 Fensterachsen; hochrechteckige Fenster mit Oberlicht (neu, Kunststoff); renaissanceartige Stuckfassade: Erdgeschoß mit Eckeingang (Gaststätte, neuer Eingangsvorbau mit Giebel, Holzfenster mit Butzenscheiben (neu); Hauseingang (neu); Kiosk (neu)): verputzter Sockel mit Kellerfenstern; Fugenschnitt; konsolartig ausgebildete Fensterschlußsteine unter Stockgesims; 1. Obergeschoß: Stuckbänder; Fenster alternierend mit gerader oder Giebelbekrönung, auf der Ecke mit Segmentbogen; 2. Obergeschoß: Stuckbänder; Fensterbrüstungsverzierung; gerade Fensterbekrönung; Traufgesims; Giebel: Werksteinvormauerung (Eckbetonung), Blendfenster und Rinderkopfplastik mit gekreuzten Äxten;

Hoffront: Kunststofffenster mit Oberlicht (erneuert) und Segmentbogen; verputzte Fassade ohne Stuckdekoration; zwei nachträglich errichtete eingeschossige Anbauten (zur Gaststätte und zum Kiosk gehörend); kleiner Hof mit Betonboden;

Im Inneren original erhalten: Holztreppe (nachträglich mit PVC verkleidet); Antrittspfosten; Holzgeländer; gedrechselte Stäbe; Wohnungen: Grundriß verändert (heute 3-Spänner, früher wohl 2-Spänner), abgehängte Decken, aber originale Fenstergrößen, Holzboden/Parkett teilweise erhalten; Keller: Backsteinwände; preußische Kappen.

Nachdem Ehrenfeld 1888 zu Köln eingemeindet worden war, wurde zwischen 1892 und 1895 der städtische Schlacht- und Viehhof in der Liebigstraße errichtet. Am Rande von Ehrenfeld entstand mit einem für die damalige Zeit enormen Kostenaufwand von 12 Millionen Mark der modernste Schlacht- und Viehhof Deutschlands. Neben anderen Bauten wurden zwei repräsentative Gebäude im Stil der Neorenaissance errichtet: das Börsen- und das Verwaltungsgebäude. Die Liebigstraße, die in jener Zeit durch einen ruhigen Wohnbereich führte und zunächst in größeren Teilstücken noch unbebaut war, verwandelte sich als Durchfahrtsstraße zum Schlachthof und durch eine Straßenbahnlinie in die verkehrsreichste Straße des umliegenden Gebietes.

Das Wohnhaus Liebigstr. 209 gehört zu den Gebäuden, die in direkter Nachfolge zum Schlachthofbau an der Liebigstraße errichtet wurden. In unmittelbarer Nähe zur Hauptzufahrt gelegen, zeigt sich die prägende Wirkung der Repräsentationsgebäude des Schlachthofes zum einen in der Neorenaissancefassade des Wohnhauses, überaus deutlich jedoch in der Rinderkopfplastik auf dem Eckgiebel - ein direkter Verweis auf den Schlachthof.

Vom historischen Schlachthof sind heute nur noch Reste der Einfriedung erhalten und das umliegende Gelände wurde ebenfalls im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Somit ist die Liebigstr. 209 eines der letzten Zeugnisse für die Besiedlung dieses Areals um die Jahrhundertwende und für die den Bezirk prägende Wirkung des Ehrenfelder Schlachthofes. Daher ist das Wohnhaus Liebigstr. 209 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0