Wohnhaus

Möhlstraße 11 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8209
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Möhlstraße 11, 51069 Köln
Baujahr1903 bis 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1997
Stadtteil Dellbrück

Um 1903/04 erbaut; zweigeschossig mit ausgebautem Dachgeschoß.

Straßenfront: Stuckfassade mit 3 Achsen und mittigem Giebel, verputzter Sockel mit 2 Kellerfenstern; EG mit Fugenschnitt, breite korbbogige EG-Fenster (original) mit Holzrollos, seitliche Türöffnung (verkleinert, Haustür erneuert) mit originalen Terrazzostufen, oberhalb Stuckrahmung; Sohlbankgesims im OG zum Teil erneuert, 4 segmentbogige Fenster (original) mit Putzrahmung, horizontalem Putzband und reicher Stuckbekrönung; Dachgesims mit floralen Stuckapplikationen, zugleich Sohlbankgesims der 2 Giebelfenster (erneuert), zwischen und über den Fenstern aufstuckierter Baum mit Blättern und Blüten um eine querovale Öffnung, Giebel mit 2 seitlichen Stuckpilastern und gekrümmter Giebellinie mit Stuckprofil; Dachgauben, Dachhaut und Kamin nachträglich.

Rückseite: neu verputzt, segmentbogige Kellertür in Backsteinwand, Fenster erneuert, dreigeschossiger Anbau von 1969 ersetzt Toilettenanbau.

Innen original: Keller mit Holztreppe, Betonwänden und -decke; EG mit Dielenboden (darüber Teppichboden, hofseitig Boden erneuert), Flur mit Terrazzoboden und Fußleiste rechts (Wohnungstür erneuert); Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten (Bekrönung fehlt) und Geländerstäben sowie hölzernem Handlauf (Decke über Treppenhaus 1969 auf Deckenniveau Anbau angehoben und neues Fenster eingebaut); im OG 2 Türen und Dielenboden (aufgedoppelt); DG mit 2. OG des Anbaus zusammen geschlossen, Holztreppe zum Spitzboden.

Bestandteil des Denkmals ist auch der Garten mit altem Obstbaumbestand.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige Anbau von 1969 samt Laube, der Gartenschuppen und die Gartenmauer aus Beton.

Der heutige Ortteil Dellbrück ging 1905 aus der Zusammenlegung der Dörfer Thurn, Strunden, Hagedorn sowie der Dellbrücker Anwesen hervor und wurde 1914 als Teil des Kreises Mülheim nach Köln eingemeindet. Im Bereich des heutigen Dellbrücks entstand wegen der günstigen Lage zwischen Mülheim und Bergisch Gladbach eine Poststation ("Alte Post") an der 1843 zur Chaussee ausgebauten Bergisch Gladbacher Strasse. Nach dem 1868 erfolgten Bau der Bahnlinie wurde auch ein Bahnhof eingerichtet, der die Entwicklung Dellbrücks zu einem vorstädtischen Zentrum förderte. Dieses entwickelte sich v. a. an der Dellbrücker Hauptstraße, an der Bergisch Gladbacher Straße und im Bahnhofsbereich (Ottilien- und Möhlstraße). Das o. g. Objekt ist Teil der bahnhofsnahen ErstBebauung und daher ein wichtiges Zeugnis für die Umwandlung der ländlichen Gemarkung zu einem Vorort Mülheims.

Das o.g. Objekt hebt sich durch seine relativ reichen, flächigen Jugendstilstuckaturen und die wenig ausgeprägte Achsialität der Straßenfassade von den etwa zeitgleichen Nachbarbauten mit historistischem Fassadenschmuck ab (Möhlstr. 7 und 9). Zudem hat sich die originale Befensterung der Straßenfassade noch größtenteils erhalten, so daß ihr trotz Veränderungen im Tür- und Brüstungsbereich ein besonderer Stellenwert zukommt. Darüberhinaus sind im Inneren Teile der Ausstattung sowie der rückwärtige Garten mit altem Baumbestand erhalten.

Aus den angeführten Gründen ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0