Wohnhaus

Kuxgasse 9 · Zündorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8227
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kuxgasse 9, 51143 Köln
Baujahr18. bis 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.12.1997
Stadtteil Zündorf

Erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts, Giebelfront Anfang 19. Jahrhundert. Heiligenhäuschen vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

Zweigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach. Straßengiebel in Massivbauweise vorgestellt, dabei Fensteröffnungen verändert. Weitere verputzte Mauer im Erdgeschoß der Hofseite vor die Fachwerkwand gezogen. Sie endet in der Gebäudemitte an der Eingangstür. Die verbleibende Erdgeschoßfläche wurde in den 20er Jahren komplett in Backstein- Mauerwerk ersetzt; Fensteröffnungen aus dieser Zeit noch erhalten. Fensteröffnungen im Obergeschoß in Originalgrößen. Der rückwärtigen Giebelwand wurde nahezu mittig ein Schornstein vorgestellt.

An die linke Seite des Straßengiebels wurde in Massivbauweise ein Heiligenhäuschen angebaut. Hochrechteckiger Baukörper mit vergitterter quadratischer Nische und Dreiecksgiebelabschluß. Rahmung des Giebels durch einfachen Wulst.

Gebäudeinneres:

Innerer Grundriß in allen Geschossen weitgehend erhalten. Fußboden im Erdgeschoß teilweise tiefer gelegt. Zugang ins Obergeschoß über Holztreppe (Nachkriegseinbau), hier z.T. Dielenböden vorhanden; Dachstuhl: Weichholz.

Die im Norden und Osten an das Wohnhaus anschließende Hoffläche ist Teil des Denkmals. Parallel zum Wohnhaus liegt an der Gebäudesüdseite ein Backstein- Schuppen mit nachträglichem Backofeneinbau aus dem 19. Jh. Der Schuppen ist mit einem gemauerten Gewölbekeller aus Backstein versehen.

Die rückwärtigen Stallbauten sind nicht Bestandteil des Denkmals.

Das 1185 erstmals genannte Dorf Libur hat sich sein ländliches Erscheinungsbild bis heute bewahrt. Inmitten weiter Ländereien isoliert gelegen wird es von seinem Kirchengebäude markant dominiert. Der Weiler wurde 1975 mit der Stadt Porz nach Köln eingemeindet. Der rechteckige Ortskern wird durch die eine ältere Kapelle ersetzende Kirche St. Margaretha (1901-11) mit Friedhof, den Margarethenhof und locker gestreute, zumeist giebelständige Bebauung auf schmalen, extrem langen Grundstücken, die bis an die Felder reichen, gebildet. Zahlreiche Straßen verbinden den Ortskern mit den umliegenden Dörfern.

Das Gebäude Kuxgasse 9 liegt in einer Straße, die als die Keimzelle des dörflichen Lebens in Libur anzusehen ist. Bedeutend ist die unmittelbare Nähe zu der Dorfkirche St. Margaretha, die als Feldkirche seit 1582 bestand. Die giebelständige Bauweise ist typisch für die dörfliche Bebauung im rheinischen, da durch Erbteilung im Laufe der Jahrhunderte immer schmalere Parzellen entstanden. Die Eingangsseite des Wohngebäudes ist von der Straße abgewandt. Neben seiner ortsgeschichtlichen und ortsbildprägenden Bedeutung ist das Gebäude auch architektonisch wichtig, da wesentliche Bestandteile des Fachwerksbau noch vorhanden sind. So finden sich noch etliche Lehmgefache und Eichenholzwerk. Außerdem ist das Gebäude Kuxgasse 9 auch ein wichtiges Zeugnis für das agrikulturelle Leben und Arbeiten der Bevölkerung in den landwirtschaftlich geprägten Kölner Vororten. Aus volkskundlicher Sicht ist auch das Heiligenhäuschen von Bedeutung, von dessen Bauart sich noch zwei weitere in Libur erhalten haben. Sie werden auch heute noch als Prozessionsstationen genutzt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0