Hofanlage Margaretenhof

Kuxgasse 2 · Zündorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8266
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Margaretenhof
Adresse Kuxgasse 2, 51143 Köln
Baujahr19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.01.1998
Stadtteil Zündorf

Hofanlage:

Erbaut im 19. Jahrhundert.

Nahezu geschlossene Hofanlage mit benachbarten Wirtschaftsgebäuden. Alle Gebäude backsteinsichtig mit stichbogigen Tür- und Fensteröffnungen (im Wohnhaus überwiegend erneuert), abschließenden Klötzchenfriesen und Satteldächern. An die Hofanlage schließt sich eine weitere Hoffläche, mit größerer Grundfläche an, die im Süden von einer Scheune, im Westen von einer halboffenen Wagenhalle begrenzt wird. An der Westseite des Hofes liegt der ehemalige Nutzgarten.

Wohngebäude

Außenbau Gartenseite: zweigeschossig, fünf Achsen, traufständig, mit vorgezogenem Mittelrisalit mit dreieckigem Zwerchhausgiebel, Zahnschnitt- Sohlbankgesims und abschließendem gotisierenden Klötzchenfries. Mittig zweiflügelige Eingangstür (erneuert) über Basaltstufen, Fenstersohlbänke ebenfalls Basalt; im Dachgeschoß zwei Gauben. Hofseite: ähnliche Gestaltung wie Front mit Treppenhausachse, ohne Gesims und Gauben; zweiflügelige originale Eingangstür. Innen: Kellerabgangstür original, Holztreppe, Backsteinkappengewölbe. Mittiges Treppenhaus mit originaler Holztreppe (Geländer erneuert), z.T. Kassettentürlaibungen. Originaler Grundriß in allen Geschossen weitgehend erhalten. Gebäudeseiten: das Gebäude ist zu beiden Seiten eingebaut. Die die Nebengebäude überragenden Anbauten sind durch auf- und absteigende Bogengesimse am Ortgang und Lisenen gegliedert.

Kühlkammer und Gesindehaus

Lage: schließt nördlich an das Wohngebäude an.

Außenbau: 1 1/2 Geschosse, traufständig, drei Achsen. Hofseite: zwei einflügelige Türen mit Oberlicht, eine ist Haustür, die andere führt in ein Treppenhaus mit originaler steiler Holzsteige. Innen: im Erdgeschoß ist ein großer Kühlraum mit Verbindung zum Haupthaus, im Obergeschoß ehem. Gesindeschlafräume.

Scheune

Lage: schließt südlich an das Wohnhaus an.

Außenbau: eingeschossig, traufständig, hofwärts mit großem stichbogigen Scheunentor mit Schlupftür. (Nachträglich wurde eine Luftschutztür in die Hoffassade eingebaut, als Außenzugang in den ehem. Kartoffelkeller.) Innen: sichtbare Holzstützenkonstruktion, Aufteilung in drei Segmente.

Ehem. Stallgebäude zur Kuxgasse

Außenbau: L-förmiger Grundriß, traufständig, 1 1/2 geschossig, vorkragender Sockel und Lisenengliederung; zwei Fenster zur Kuxgasse in den Außenachsen. Hofwärts: im Erdgeschoß alternierend Tür- und Fensteröffnungen, im Mezzanin: Zwillingsfenster und Heubodengauben. Innen: Stallsegmente von unterschiedlicher Größe, Betonkappendecke mit querliegendem Stahlträger auf gußeisernen Säulen, (Zementböden). Speicher: Zugang durch Holztreppe im Gebäudewinkel; Betonboden und sichtbare Dachstuhlkonstruktion (Weichholz).

Ehem. Stallgebäude zur Margaretenstraße

Außenbau: langgestreckter Baukörper, traufständig, 1 1/2 Geschosse; hofwärts: Fenster und Türen größtenteils durch große Schiebetore ersetzt, im Mezzanin: zwei Dachbodenluken. Innen: durch Einbauten im Erdgeschoß verändert, Betonkappendecken; östl. Gebäudesegment original: Backsteinboden, Holztreppe. Speicher: wie der andere Stall.

Ehem. Kuhstall an der Südseite der Anlage

Backstein , 1 1/2 geschossig mit Satteldach. Das Erdgeschoß bildet eine große dreischiffige Halle auf Stahlpfeilern, im Obergeschoß Heuboden. Die sich anschließenden halboffenen Unterstände und Wagenhallen, sind nicht Teil des Denkmals.

Der Innenhof hat eine in Bögen gelegte Pflasterung, die in den anschließenden Hofbereich weitergeführt ist. Vor dem im Süden quergelagerten Gebäude der zweiten Hoffläche hat sich Katzenkopfpflaster erhalten.

Neben den benannten Gebäuden sind auch die beiden Hofräume und der Garten mit seiner originalen Einfriedung Teil des Denkmals.

Das 1185 erstmals genannte Dorf Libur hat sich sein ländliches Erscheinungsbild bis heute bewahrt. Inmitten weiter Ländereien isoliert gelegen wird es von seinem Kirchengebäude markant dominiert. Der Weiler wurde 1975 mit der Stadt Porz nach Köln eingemeindet. Der rechteckige Ortskern wird durch die eine ältere Kapelle ersetzende Kirche St. Margaretha (1901-11) mit Friedhof, den Margarethenhof und locker gestreute, zumeist giebelständige Bebauung auf schmalen, extrem langen Grundstücken, die bis an die Felder reichen, gebildet. Zahlreiche Straßen verbinden den Ortskern mit den umliegenden Dörfern.

Der Margaretenhof ist als eine Keimzelle des dörflichen Lebens in Libur zu sehen. Ganz bedeutend ist seine unmittelbare Nähe zu der Dorfkirche St. Margaretha, die als Feldkirche seit 1582 bestand. So schließt eine Scheune der Anlage direkt an die den heutigen Kirchhof umschließende Backsteinmauer an, während das Pultdach der halboffene Wagenhalle auf der Friedhofsumfassungsmauer aufliegt. Im Mittelalter waren die Herren von Plettenberg lange Zeit Besitzer dieses Hofes.

Gesichert ging die Anlage 1822 in den Besitz der Freiherren von Eltz- Rübenach über, die auf Burg Wahn saßen. In seiner heutigen Gestalt entspricht er der typischen Bauweise von Backsteinhofanlagen zur Zeit der preußischen Regierung. Ganz bezeichnend ist die Straßenabgewandheit der Gebäude, die zumeist fensterlos, wie eine Trutzburg wirken. Erst beim Betreten des Innenhofes erschließt sich die Anlage. Die Schau- und eigentliche Eingangsseite des Wohngebäudes ist - wie bei dieser Bauart typisch - vom Hof abgewandt, durch den großen vorgelagerten Garten und seine halbhohe massive Einfriedung tritt sie jedoch als solches kaum in Erscheinung. Neben seiner ortsgeschichtlichen, ortsbildprägenden und architektonischen Bedeutung ist der Margaretenhof auch ein wichtiges Zeugnis für das agrikulturelle Leben und Arbeiten der Bevölkerung in den landwirtschaftlich geprägten Kölner Vororten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0