Wohnhaus
Erbaut: um 1925; Architekt: Otto Müller-Jena; Bestandteil der symmetrisch angelegten Reihenhauszeile Eupener Str. 29-41 mit risalitartigen Eckbetonungen und bildhauerisch gestalteten Portalen; zweigeschossiges Einfamilienhaus in traditionellem Stil; Gartenniveau tiefer als Straßenniveau; Souterrain; ausgebautes Dachgeschoß; Satteldach; neue Fenster (Kunststoff);
Straßenfront: profilierte Fenstereinfassungen; Erdgeschoß: backsteinsichtig (gestrichen), großes querrechteckiges Fenster (erneuert) mit Klappläden, Eingangsstufen, Eingangsrahmung (Putz, scharriert) mit schräger Laibung (Haustür erneuert); Obergeschoß: verputzt, drei hochrechteckige Fenster; abgeschrägtes Traufgesims; zwei Gaube;
Rückseite: südwestlicher Vorbau (Souterrain, Erdgeschoß) im Obergeschoß als Balkon; Fensterachse;
Im Inneren original erhalten: weitgehend Grundriß;
Der Vorgarten (Hecke, Fußweg), die Einfriedung (Sockel, Pfosten) und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasen, teilweise Büsche) sind Bestandteile des Denkmals.
Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann erst in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto Müller-Jena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Das o.g. Objekt ist Bestandteil dieser Erstbebauung durch Müller-Jena.
Im Werk des bekannten Kölner Architekten Otto Müller-Jena lassen sich Einflüsse unterschiedlicher Architekturströmungen feststellen. Seine stets in den Materialien sehr aufwendig gestalteten Bauten der Jahrhundertwende orientieren sich an der deutschen Architektur von der Wende des Mittelalters zur Neuzeit. In der Folgezeit wird die Zeit "um 1800" das Leitbild vor allem bei seinen Privatbauten. In der Zwischenkriegszeit zeichnet sich sowohl der Einfluß der modernen Architektur als auch des traditionellen Baustils unter dem Einfluß der Heimatschutzbewegung ab. Das Reihenhausensemble Eupener Str. 29-41, dessen integraler Bestandteil das o.g. Objekt ist, ist mit seinen Eckrisaliten, den Mittelrisaliten und den aufwendig gestalteten Portalzonen der Heimatschutz-Architektur zuzurechnen, aber auch expressionistische Elemente klingen an (z.B. das abgeschrägte Traufgesims). Als Objekt der Einfamilienhausbebauung an der Eupener Straße von Müller-Jena und somit als wichtiges Objekt der Siedlungsentwicklung von Braunsfeld in der Zwischenkriegszeit und als äußerst qualitätvolles Zeugnis der durch den Heimatschutz beeinflußten Architektur innerhalb des Werkes von Müller-Jena ist die Eupener Str. 31 ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.
Detail-Daten · Denkmalliste der Stadt Köln
- Baudenkmalnr.
DE_05315000_A_8295- Typ
- Gebäude-Denkmal
- Bezeichnung
- Wohnhaus
- Adresse
- Eupener Straße 31 , 50933 Köln
- Stadtteil
- Braunsfeld
- Baujahr
- um 1925
- Eigentum
- privates Eigentum
- Denkmal seit
- 18.05.1998
- Koordinaten
50.93890° N, 6.88937° E