Wohnhaus

Eupener Straße 27 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8293
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eupener Straße 27, 50933 Köln
Baujahrum 1927
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.05.1998
Stadtteil Braunsfeld

Erbaut: um 1927; Architekt: Otto Müller-Jena; Gebäudehälfte des Doppelhauses Malmedyer Str. 2 / Eupener Str. 27; zweigeschossiges Gebäude über winkelförmigem Grundriß und unterschiedlichem Bodenniveau (Rückseite tiefer gelegen, hier Kellervorbau als Unterbau für Erdgeschoßaustritt); Putzfassade; ausgebautes Dachgeschoß; weit vorkragendes Walmdach (mit Pfannen gedeckt); neue Fenster (Kunststoff);

Straßenfront Eupener Str.: drei Achsen; mittiger Eingang; Eingangsvorbau und Garage neu;

Straßenseite Malmedyer Str.: südwestlich risalitartiger Vorbau, im Obergeschoß Loggia mit gewölbter Decke, viereckigem Pfeiler mit spitz einschwingenden Seiten und Kämpfer; querrechteckige Gaube mit nahezu quadratischem Fenster und weit vorkragendem Flachdach;

Rückseite: Eupener Str.: eine Fensterachse, Fenster nachträgliche vergrößert; Malmedyer Str.: eine Fensterachse (neu eingebrochen)

Im Inneren original erhalten: größtenteils Grundriß; Treppenhaus vom Obergeschoß zum Dachgeschoß: Holztreppen, Holzgeländer (Vierkanthölzer); im Erdgeschoß teilweise Holztüren und hölzerne Türrahmen; Stauraum am Treppenaufgang;

Der Vorgarten (ein Baum, wenige Rabatten, Platten (neu)) und die straßenseitige, geschlossene Einfriedung (verputzt) sind Bestandteile des Denkmals.

Nicht zum Denkmal gehören die Garage, der Eingangsvorbau, der halbrunde Obergeschoßbalkon und der walmdachbekrönte Fenstervorbau.

Die Siedlungsentwicklung des stadtauswärtigen Geländes westlich des Gürtels, nördlich des Stadtwaldes und zwischen der in Ost-West-Erstreckung verlaufenden Aachener- und der Stolberger Straße begann erst in der unmittelbaren Vorkriegszeit um 1914. Zunächst erfolgte die Wohnbebauung an der Paulistraße und Burtscheider Straße. Auf dem Gelände westlich der Gürtelbahn vollzog sich die Siedlungsentwicklung dagegen noch langsamer. Erst während der Zwischenkriegszeit fand hier der erste Ausbau mit Reiheneigenheimen bzw. Einzelhäusern entlang der Eupener Straße, zum Teil auch an der Malmedyer Straße und schließlich an der Herbesthaler Straße statt. An der Erschließung dieses kleinen Gebietes waren in den 1920er und 1930er Jahren im wesentlichen der Architekt Otto Müller-Jena sowie seine Baugesellschaft Barbarossa beteiligt. Das o.g. Objekt ist Bestandteil dieser Erstbebauung durch Müller-Jena.

Im Werk des bekannten Kölner Architekten Otto Müller-Jena lassen sich Einflüsse unterschiedlicher Architekturströmungen feststellen. Seine stets in den Materialien sehr aufwendig gestalteten Bauten der Jahrhundertwende orientieren sich an der deutschen Architektur von der Wende des Mittelalters zur Neuzeit. In der Folgezeit wird die Zeit "um 1800" das Leitbild vor allem bei seinen Privatbauten. In der Zwischenkriegszeit zeichnet sich der Einfluß der modernen Architektur ab wie z.B. die Doppelhaushälfte Eupener Str. 27 zeigt. Die Gebäudekubatur präsentiert eine klare Architektur, in der expressionistische Elemente (z.B. die Loggiapfeiler, das weit vorkragende Walmdach, die Gaube) anklingen. Als Gebäudehälfte des Doppelhauses Malmedyer Str. 2 / Eupener Str. 27 (die Hälfte Malmedyer Str. 2 steht unter Denkmalschutz) und als Erweiterung der Einfamilienhausbebauung an der Eupener Straße von Müller-Jena und somit als wichtiges Objekt der Siedlungsentwicklung von Braunsfeld in der Zwischenkriegszeit und als Zeugnis der expressionistisch beeinflußten Architektur innerhalb des Werkes von Müller-Jena ist das o.g. Objekt ein unbedingt zu erhaltendes Baudenkmal.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0